Reinartz, Eugenius

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Eugenius Reinartz

Eugenius Reinartz

49. Abt des Klosters Kamp 1778–1785

* 1736 Heerdt
† 15. März 1785

Eugenius Reinartz stammte vom Heerdter Hof und war mit dessen Besitzer, dem späteren Heerdter Bürgermeister (1795–1817) Johann Wilhelm Reinartz, verwandt. In die Zisterzienserabtei Kamp (Altenkamp) eingetreten, war er nach der Priesterweihe Kurat und Pfarrer in Kamp. 1777 wurde er Prior und Beichtvater der Zisterzienserinnen in Burbach.

Am 2. Juni 1778 unter dem Vorsitz des Altenberger Abtes Johannes Hoerdt[1] zum Abt gewählt und von Abt Pierre Thirion von Morimond bestätigt, wurde er am 20. September 1778 von Weihbischof Karl Aloys von Königsegg-Aulendorf unter Assistenz der Äbte Johannes Hoerdt und Andreas Kruchen von Heisterbach in der zum Dom gehörenden Matthiaskapelle in Köln benediziert.

Am 28. Januar 1779 erhielt er die Vollmacht, in der Kirche des Nonnenklosters Graefenthal (Neukloster) bei Goch, dessen Visitator er war, einen Altar zu konsekrieren. Am 13. Februar desselben Jahres nahm er an der Wahl des neuen Altenberger Abtes Franziskus Cramer[2] teil und assistierte am 11. April 1779 bei dessen Benediktion in der Maria-Himmelfahrtskirche (ehem. Jesuitenkirche) in Koblenz. Bei der Weihe der neuen Pfarrkirche in Moers am 24. August 1779 assistierte er dem apostolischen Nuntius Carlo Bellisomi und sang das Hochamt. Danach kam der Nuntius nach Kamp und spendete dort am 26. August 479 Personen das Sakrament der Firmung. Im Juli/August 1782 visitierte Reinartz im Auftrag Kaiser Josefs II. mit dem Kurfürsten Max Friedrich von Köln und Abt Edmund Leser vom Kloster Marienstatt die Reichsabtei Burtscheid.

In der Klosterkirche ließ Abt Eugenius einige Renovierungsarbeiten vornehmen, besonders am Gewölbe. Wahrscheinlich wurde auch der von seinem Vorgänger Dionysius Genger (reg. 1773–1778) begonnene Rokokosaal im Nord-Ost-Teil des Klosters während seiner Regierungszeit vollendet (sein Wappen über dem Kamin). 1783 wurde das Kloster von der preußischen Regierung verpflichtet, jährlich 30 Rheintaler in den Schulfonds zu zahlen. Ende Februar 1784 waren mehrere Abteigüter wegen Dammbrüchen vom Rheinhochwasser in Mitleidenschaft gezogen.

Abt Eugenius starb am 15. März 1785, nach siebenjähriger Amtszeit, und wurde im Chor der Abteikirche neben seinem Vorgänger Friedrich Brandt (reg. 1749–1756) bestattet. Seine Grabplatte wurde später gehoben und an der Wand zwischen Chor und St. Michaelsaltar aufgestellt. In Abt Eugens letztem Lebens- und Regierungsjahr hatte es Gerüchte von der Aufhebung der Abtei durch die preußische Regierung gegeben, die aber erst unter seinem Nachfolger Bernhard Wiegels 1802 tatsächlich vollzogen wurde.

gge, Dez. 2017

  1. Hoerdt war zu diesem Zweck mit der äbtlichen Kutsche und Pferden feierlich in Köln abgeholt worden.
  2. Johannes Hoerdt war am 6. Februar 1779 im Alter von 75 Jahren gestorben.

Daten:

Abbas: el. 2. Juni 1778, ben. 20. Sept. 1778.

Literatur:

Schroff, Hans-Joachim: Eugenius Reinartz, der Abt aus Heerdt, in: Bürgerverein Heerdt e.V. (Hg.): Heerdt im Wandel der Zeit VI, Düsseldorf 2005, S. 170–173 · Dicks, Matthias: Die Abtei Camp am Niederrhein. Geschichte des ersten Cistercienserklosters in Deutschland. Kempen, 1913 · Torsy, Jakob: Die Weihehandlungen der Kölner Weihbischöfe 1661–1840: nach den weihbischöflichen Protokollen. Studien zur Kölner Kirchengeschichte Band 10, 1969.

Normdaten:

GND: 189561696 · BEACON-Findbuch

Zitierempfehlung: Reinartz, Eugenius, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 7.12.2017, URL: http://www.biocist.org/wiki/Reinartz,_Eugenius