Ribrock, Jodokus

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Jodokus Ribrock

Jodokus Ribrock

Abt der Klöster Derneburg 1653–1664 und Marienrode 1654–1664

† 3. Nov. 1664 Marienrode

Jodokus Ribrock, auch Rhebroik, Rhebrock oder Rhebroich, aus Paderborn, legte 1626 im Zisterzienserkloster Bredelar Profess ab. Er war zuerst Lektor und wurde später Pfarrer in Giershagen. Mit Erlaubnis seiner Oberen leistete er im Dreißigjährigen Krieg Militärdienste, wurde erst bayerischer, dann kasierlicher Feldkaplan und unter dem Obristen Georg Druckmüller Landpfarrer. Nachdem es ihm gelungen war, nach den Braunschweigischen Friedensverhandlungen aus eigenen Mitteln[1] das verfallene und nur noch mit wenigen protestantischen Klosterfrauen besetzte Kloster Derneburg zu erlangen[2], wurde er dort vom Generalkommissar des Ordens, Abt Johannes Blanckenberg von Altenberg, 1643 als Propst eingesetzt.

Da die 1630 vom Fürstbischof geplante (und von den Jesuiten favorisierte) Einziehung des Klosters Derneburg für ein Priesterseminar abgewendet war, erhielt Ribrock die Erlaubnis, Derneburg wieder aufzubauen und in ein Männerkloster umzuwandeln (wodurch es in den Zisterzienserorden inkorporiert wurde). Mit Zustimmung des Generalkapitels 1651 und des Fürstbischofs wurde Ribrock durch Urkunde vom 15. Juli 1652[3] von Abt Blanckenberg zum Abt ernannt und am 10. August 1653[4] gelegentlich einer zweiten Visitation von Abt Blanckenberg in Derneburg benediziert. Mit personeller Unterstützung aus Altenberg und benachbarter Bauern, die die Felder wieder bestellten, gelang Ribrock rasch die Wiederherstellung des Klosters und die allmähliche Entschuldung der Abtei.

Zusätzlich zum Koadjutor des Abtes von Marienrode und dessen Nachfolger gewählt (1654–1664), nahm er dort seinen Wohnsitz und ließ sich in Derneburg durch den Administrator Reiner Bitter vertreten, der ihm als Abt nachfolgte. Er starb am 3. November 1664 in Marienrode und wurde in der Kapelle Ss. Cosmas und Damian begraben. Sein Nachfolger dort wurde Anton Lohe, der wie sein Mitbruder Reiner Bitter aus der Abtei Altenberg gekommen war.

gge, Dez. 2017

  1. Sein väterliches Erbteil und das Geld, das er als Feldprediger erworben hatte.
  2. Ribrock fand das Kloster mit einer enormen Schuldenlast beladen, keinen Vorrat weder an Geld noch Früchten, die Gebäude dem Einsturz nahe. Es heißt, in den Gebäuden lebten noch drei Stiftsdamen, ein alter taubstummer Famulus (Diener), ein abgelebtes Pferd und ein bejahrter Hund.
  3. Nach Faust, S. 119 am 15. Juli 1651.
  4. Nach Faust, S. 119 am 20. August (Differenz julianischer vs. gregorianischer Kalender?).

Daten:

Prof.: 1626, Abbas: 15. Juli 1651/52, ben. 10./20. Aug. 1653.

Literatur:

Müller, Helmut. Germania Sacra Dritte Folge 6: Die Bistümer der Kirchenprovinz Mainz. Das Bistum Paderborn 1: Die Zisterzienserabtei Bredelar. Berlin/Boston: Walter de Gruyter, 2013, S. 144, 385.. ISBN: 978-3-11-027726-5 · Faust, Ulrich: Derneburg, in: Germania Benedictina 12: Die Männer- und Frauenklöster der Zisterzienser in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg. St. Ottilien: EOS, 1994 S. 108–132 · Das Kloster Derneburg, in: Beiträge zur Hildesheimischen Geschichte, Band 2, Hildesheim: Gerstenberg, 1829, S. 299–311.

Normdaten:

· GSN: 070-02053-001

Zitierempfehlung: Ribrock, Jodokus, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 27.9.2018, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Ribrock,_Jodokus