Ryan, Bruno

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Bruno Ryan

Bruno Ryan OCSO

Oberer 1917–1935 und 3. Abt 1935–1944 von New Melleray

* 19. Dez. 1865 Tipperary, Irland
02. Aug. 1944 Peosta, Dubuque County, Iowa

Bruno Ryan, Taufname James, trat 1888 in die Zisterzienserabtei Mount Melleray in Irland ein, legte 1894 die feierliche Profess ab und wurde 1896 zum Priester geweiht. Er unterrichtete am Seminar der Abtei, bis er 1911 zum Magister der Laienbrüder und bald darauf zum Subprior bestellt wurde. Im Juli 1914 in die Tochterabtei New Melleray im amerikanischen Bundestatt Iowa geschickt, wurde er dort Prior unter Abt Alberic Dunlea und nach dessen Tod im Februar 1917 Oberer, 1935 Abt, des kleinen und allmählich überalternden Konvents.

Angesichts der wegen der fehlenden einheimischen Berufungen vermeintlich aussichtslosen Situation zunächst selber mutlos, half Bruno Ryan (mit Hilfe von außen) dem Kloster allmählich wieder auf, indem er junge Freiwillige aus den irischen Klöstern Mount Melleray und Mount St. Joseph (Roscrea) nach Iowa kommen ließ (einer davon war der spätere Abt Eugene Martin aus Roscrea). 1921 erlaubte ihm das Generalkapitel die Elektrifizierung der Klostergebäude und den Erwerb eines Autos, 1927 begann er mit dem Bau eines Gästehauses, das Erzbischof James J. Keane von Dubuque am 28. Oktober 1928 einweihte. Die dafür aufgenommenen Kredite konnten trotz der Weltwirtschaftskrise in den nächsten Jahren getilgt werden. Die Visitation durch Generalabt Jean-Baptiste Ollitrault de Keryvallan 1928 ergab einen Personalstand von 27 Mitgliedern und bescheinigte dem Kloster einen guten Zustand. 1930 visitierte Vaterabt Maurus O’Phelan von Mount Melleray zum letzten Mal (er starb bald darauf), im Folgejahr der neue Generalabt Herman-Joseph Smets, der schon 38 Klostermitglieder vorfand.

Die langsam steigende Zahl an einheimischen Berufungen[1] (aus der erst nach Abt Brunos Tod und dem Ende des Zweiten Weltkriegs eine Lawine wurde), führte dazu, dass 1935 wieder eine Abtwahl abgehalten wurde, aus der Bruno Ryan als Abt hervorging, obwohl er schon im 70. Lebensjahr war. Am 23. Mai 1935 wurde er von Erzbischof Francis J. Beckman benediziert. Anwesend bei der Feier waren u.a. sieben Bischöfe und drei Zisterzienseräbte: Celsus O’Connell von Mount Melleray, Pacôme Gaboury von Oka in Kanada und Frederick Dunne aus der Abtei Gethsemani in Kentucky, die einige Jahre zuvor dieselbe Existenzkrise durchgemacht hatte wie New Melleray.

Abt Bruno Ryan starb am 2. August 1944; seinen schon genehmigten Plan, ein Frauenkloster zu gründen, konnte er nicht mehr ausführen. Erst 1949 entstand mit dem Kloster Wrentham in Massachusetts der erste Zisterzienserinnenkonvent in den USA. Dom Celsus O’Connell von Mount Melleray reiste trotz der Kriegsgefahren an Bord eines amerikanischen Truppentransporters nach New Melleray, um am 12. Dezember 1944 die Wahl des neuen Abtes Albert Beston zu leiten.

gge, Jan. 2019

  1. 1938 zählten die Konvente von New Melleray 51 Köpfe, 1941 54, 1949 waren es über 100.

Daten:

Vest.: 1888 (Mount Melleray); Prof.: (sol.) 25. März 1894; Sac.: 16. Aug. 1896; Abbas: ben. 23. Mai 1935.

Literatur:

Hoffman, M[athias] M[artin]: Arms and the Monk! The Trappist Saga in Mid‑America. Dubuque, Iowa: Wm. C. Brown Company, 1952.

Zitierempfehlung: Ryan, Bruno, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 31.1.2019, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Ryan,_Bruno