Sagheddu, Maria Gabriella

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Maria Gabriella Sagheddu

Maria Gabriella Sagheddu

Zisterzienserin der strengeren Observanz, Selige

* 17. März 1914 Dorgali, Sardinien
† 23. April 1939 Grottaferrata

Maria Sageddhu wurde 1914 als drittes der sieben Kindern des Schafhirten Marcantonio Sageddhu (†1919) und seiner Frau Caterina Cucca († 1962) in Dorgali auf Sardinien geboren. Nur ihre beiden älteren Geschwister, Salvatore und Maria Giovanna, lebten lange genug, um noch die Seligsprechung ihrer Schwester 1983 miterleben zu können. Die anderen starben im Kindesalter.

Von 1923 bis 1929 besuchte Maria die Schule und arbeitete in Haus und Hof mit. In ihrem 18. Lebensjahr (1932) trat sie in die Jugendbewegung Katholische Aktion ihrer Pfarrgemeinde ein und arbeitete dort intensiv mit. Unter dem Einfluss ihres Pfarrers, Dom Basilio Meloni, reiste sie Ende September 1935 nach Grottaferrata auf dem italienischen Festland und bat in der Abtei N. S. di San Giuseppe[1] der Zisterzienserinnen der strengeren Observanz (Trappistinnen) um Aufnahme. Am Ostermontag 1936 wurde sie in das Chornoviziat aufgenommen (Novizenmeisterin war Tecla Fontana) und legte am 31. Oktober 1937 die Ordensprofess ab.

Die Abtei Grottaferrata stand schon seit einiger Zeit in Kontakt mit der ökumenischen Bewegung des französischen Priesters Abbé Paul Couturier (1881–1953). Als die Äbtissin Pia Gullini am 17. Januar 1937 vor dem Konvent den Rundbrief des Abbés zur Weltgebetswoche für die Einheit der Christen vorlas, meldete sich eine 78jährige Schwester mit dem Wunsch, ihr verbleibendes Leben für die Einheit aufopfern zu dürfen. Die Schwester starb schon wenige Wochen später an einem Schaganfall. Dieses Ereignis machte so großen Eindruck auf die Klostergemeinschaft, dass sich dem Wunsch noch mehrere Schwestern anschlossen, u.a. auch 1938, ebenfalls nach dem Verlesen des diesjährigen Rundbriefs, Sr. Maria Gabriella. An Tuberkulose[2] erkrankt, starb sie am 23. April 1939 an einem Erstickungsanfall. Schon bald nach ihrem Tod war von Traumerscheinungen, Gebetserhörungen und Heilungswundern zu hören. Papst Johannes Paul II. sprach sie am 25. Januar 1983 selig.

Usprünglich in der Klostergruft in Grottaferrata beigesetzt, befinden sich Sr. Maria Gabriellas sterbliche Überreste seit 1975 in einer eigenen Kapelle auf dem Gelände der Abtei Vitorchiano.

gge, Dez. 2010

  1. eröffnet am 23. Sep. 1898 mit den Trappistinnen von S. Vito bei Turin; 1957 nach Vitorchiano bei Viterbo verlegt.
  2. An Tuberkulose waren damals viele, v.a. jüngere Schwestern erkrankt, darunter fast alle Sardinnen. Die hohe Sterblichkeit im Konvent war einer der Gründe, warum die Abtei 1957 in ein gesünderes Klima, nach Viterbo verlegt wurde.

Daten:

Cand.: 5. Okt. 1935; Vest.: 13. April 1936; Prof.: 31. Okt. 1937.

Literatur:

 
  • Abtei Maria Frieden/Abtei Mariawald (Hg.), Schwester Maria Gabriella, Kurzbiographie, Eigenverlag 1983
  • Alberich Altermatt: Die selige Maria Gabriella Sagheddu aus dem Zisterzienserorden, in: Cistercienser Chronik 90 (1983) 121–135
  • Beda Müller; Marie de la Trinité Kervingant: Einheit wächst im Herzen, Biographie der Trappistin M. Gabriella. München: Neue Stadt, 1986, 1994
  • Alberich Altermatt: Maria Gabriella Sagheddu (1914–1939), Patronin der Einheit, in: Zisterzienserinnen und Zisterzienser. Freiburg/CH: Kanisius, 1998. S. 165–177
  • Martha Driscoll: Maria Gabriella Sagheddu, 1914–1939, in: Cistercian Studies Quarterly 37.2 (2002) 181–186
 

Normdaten:

GND: 118811924 · BEACON-Findbuch

Zitierempfehlung: Sagheddu, Maria Gabriella, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 28.4.2018, URL: http://www.biocist.org/wiki/Sagheddu,_Maria_Gabriella