Sauer, Stephan

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Stephan Sauer OCSO

Stephan Sauer OCSO

2. Abt von Mariawald 1929–1939

* 05. Feb. 1874 Morbach-Merscheid
† 21. Sep. 1955

Stephan Sauer, Taufname Jakob, wurde am 5. Februar 1874 als Bauernsohn in Merscheid im Hunsrück geboren. Seine Mutter starb im Kindbett; sein Vater heiratete noch einmal. Jakob zog – mit dem Wunsch Priester zu werden – in das bischöfl. Konvikt in Prüm und besuchte dort das Gymnasium; später wechselte er nach Traben-Trarbach, wo er die Reifeprüfung ablegte. Ostern 1896 trat er in das Trierer Priesterseminar ein und wurde am 31. März 1900 von Bischof Korum in Trier zum Priester geweiht. Danach zunächst Kaplan in Wittlich und Schwalbach an der Saar, wurde er Pfarrer in Beinhausen bei Daun und schließlich in Furschweiler bei St. Wendel (Saarland).

1915 legte Sauer die Pfarrstelle nieder und trat am 15. November 1915 in die Zisterzienserabtei Mariawald ein. 1927 wurde er Prior und am 27. August 1929 zum Abt gewählt. Die Benediktion erteilte ihm am 18. Oktober 1929 der Aachener Weihbischof Dr. Hermann Joseph Sträter in Vertretung des verhinderten Kardinals Schulte von Köln.

Abt Stephanus ließ während seiner Amtszeit Erweiterungen und Verbesserungen der Klostergebäude durchführen. Ostern 1930 eröffnete er den von Abt Laurentius Wimmer begonnenen Erweiterungsbau des Fremdenhauses, vergrößerte 1930/31 die Bibliothek und weihte am 18. November 1931 den Altar zu Ehren der hl. Theresia vom Kinde Jesu, von der er aus Lisieux eine Reliquie mitgebracht hatte.

Der zunehmenden Bedrohung des Klosters durch die Nazis – im Oktober 1937 war der erste Mariawalder Pater verhaftet und 1938 das gesamte Brüderhaus für die Einquartierung von Westwall-Arbeitern beschlagnahmt worden – war Abt Stephan nicht gewachsen. Er resignierte am 21. März 1939 und ging als Hausgeistlicher zu Ordensschwestern nach Magdeburg. Zwei Jahre später, der Mariawalder Konvent war inzwischen von der Gestapo aufgelöst und zerstreut worden, zog er auf den Jakobsberg bei Ockenheim, wo sich einige vertriebene Trappisten zusammengefunden hatten. Nach Kriegsende kehrte er nach Mariawald zurück und widmete sich neben seinen klösterlichen Pflichten dem Wiederaufbau der Bibliothek, hielt Vorlesungen in Moraltheologie und wurde zum Berater in allen Fragen der Liturgie. Er starb am 21. September 1955 und wurde auf dem Klosterfriedhof beigesetzt.

gge


Genealogie:

V.: Johann Josef Sauer; M.: Anna Maria Bielen aus Rascheid († 1874); G.: fünf Halbgeschwister aus der zweiten Ehe des Vaters.

Daten:

Sac.: 31. März 1900 (Trier); Vest.: 28. Nov. 1915; Prof.: 8. Dez. 1917, 8. Dez. 1920; Abbas: el. 27. Aug. 1919, ben. 27. Aug. 1919, res. 21. März 1939; Dev.: In Fide et Caritate.

Bibliographie:

Bucher, Horst: Abt Stephan Sauer aus Merscheid : von den Trappisten des Klosters Mariawald in der Eifel. In: Die Hott : Hunsruecker Hefte zur Geschichte und Gegenwart. H. 34 = 17 (1999), S. 17–21 · Goerke, Cyrillus / Schopphoven, Michael (Bearb.): Das Zisterzienserkloster Mariawald. Abtei Mariawald bei Heimbach, 4. Aufl., 1937

Zitierempfehlung: Sauer, Stephan, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 22.12.2015, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Sauer,_Stephan