Savastano, Angelo

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Angelo Savastano

Angelo Savastano OCist

Abt von Casamari und Präses der Kongregation von Casamari 1929–1941; Titularabt von Valvisciolo

* 08. Okt. 1882 Pignataro Maggiore, Caserta
† 30. Aug. 1967 Sermoneta, Latina

Angelo Savastano, Taufname Domenico, trat am 13. Dezember 1899 in die Zisterzienserabtei Casamari ein und wurde am 21. September 1910, während der kurzen Amtszeit des Administrators Stanislao White, zum Priester geweiht. Nach dessen frühem Tod am 3. Januar 1911 wurde der Abtei ein Administrator aus dem Benediktinerorden vorgesetzt, der mit dem Ziel nach Casamari kam, das zisterziensische Kloster schrittweise in eine Benediktinerabtei umzuwandeln. Gegen dieses Vorgehen regte sich Widerstand aus dem Konvent, an dessen Spitze sich P. Savastano stellte. Papst Benedikt beendete die Angelegenheit schließlich mit einem Dekret der Ordenskongregation vom 1. April 1916 im Sinne der Zisterzienser. Er ernannte den Generalabt des Zisterzienserordens zum Apostolischen Visitator und gab den Mönchen die Selbstbestimmung zurück. Am 9. August 1916 wurde die Apostolische Schule, das spätere Collegio San Bernardo eröffnet, das zum Ausgangspunkt für die personelle Erneuerung der Abtei wurde.

P. Savastano leistete von 1915 bis 1918 Militärdienst, fand aber auch die Zeit, sich dem Studium der Mathematik und der Wissenschaften zu widmen, und dann an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom Philosophie zu studieren. Nach dem Studienabschluss 1925 übernahm er (für drei Jahre) die Leitung der Klosterschule, an der er auch unterrichtete. Am 19. April 1928 wurde er vom Generalkapitel zum Prior regens gewählt und am 15. August 1929 per Dekret des Heiligen Stuhls zum Abt ernannt. Am 14. Dezember des gleichen Jahres errichtete Papst Pius XI mit einem Breve die Kongregation von Casamari und gliederte sie dem Zisterzienserorden (OCist) an. Zwei Monate zuvor, am 10. Oktober 1929, hatten die ersten fünf Absolventen des Collegio San Bernardo die Priesterweihe erhalten (einer von ihnen war der spätere Abtordinarius von Claraval in Brasilien, Pietro Agostini).

In einem neu entstandenen Klima der Offenheit und des Experimentierens nach jahrhundertelanger Lethargie entwickelte die Abtei in den folgenden Jahren unter Abt Savastanos Leitung verschiedene Aktivitäten. Die jungen Mönche ließ er in Rom die unterschiedlichsten Fächer studieren: Theologie, Philosophie, Kirchenrecht, Kirchenmusik, Bibliothekswissenschaft, Paläographie, Malerei, Pharmazie und Literatur. 1935 schickte er sechs Novizen auf öffentliche höhere Schulen. Die eigene Schule, das Collegio San Bernardo, baute er weiter auf und aus. Der Klosterkomplex wurde zur Großbaustelle.

1930 übernahm Abt Savastano vom hl. Stuhl (Kardinal Lèpicier) den Auftrag, äthiopische Anwärter auszubilden, die Klöster in Äthiopien und Eritrea gründen wollten. Am 7. Dezember 1930 trat der später seliggesprochene Felix Ghebre Amlak (1895–1934) in das Noviziat ein, dem in kurzen Abständen ca. 25 weitere äthiopische Aspiranten folgten. Am 7. März 1940 reiste die erste Gruppe unter der Führung von Don Anselmo Vitali nach Eritrea (Asmara). Zwei Monate später, am 5. Mai 1940 erhielten zwei der ersten äthiopischen Studenten in der gotischen Basilika von Casamari das Diakonat und fünf die Priesterweihe.

Auf dem Generalkapitel am 4. Oktober 1941 überraschend nicht wiedergewählt, zog sich Savastano in das Tochterkloster Valvisciolo in Sermoneta (Latium) zurück, dem er noch 19 Jahre als Oberer vorstand (1949–1967). Auch dort verstand er es, wie vorher schon in Casamari, das von der Mutterabtei abhängige Kloster in weniger als einem Jahr wirtschaftlich autark zu machen und Casamari von Zeit zu Zeit mit den Erzeugnissen der Obstgärten (Weintrauben, Artischocken, Wassermelonen, Orangen, Öl) zu versorgen. Im Oktober 1949 eröffnete er auch in Valvisciolo eine Schule, die zwar einige Aspiranten hervorbrachte, aber keinen dauerhaften Bestand hatte. Außerdem ließ er zwei neue, moderne Klosterflügel errichten, in denen Tagungen, Kongresse und Exerzitien für Priester und Laien veranstaltet wurden, und machte so das Kloster Valvisciolo zu einem geistigen und kulturellen Zentrum der Diözese und der Region Latium. Dort wurde ihm nach seinem Tod ein Denkmal errichtet.

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Daten:

Sac.: 21. Sep. 1910.

Werke:

Il monachismo Cattolico in Etiopa. Educato e formato nell'abbazia di Casamari con elementi indigeni. Note storiche sul Cristianesimo in Abissinia. 1942. In-8°. Illustré de 43 phot. 315 p.

Literatur:

Raffaele Scaccia: Cistercensi di ieri e di oggi: L'abate don Angelo Savastano. Notizie cistercensi 4.2 (1971), S. 137–150.

Zitierempfehlung: Savastano, Angelo, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 1.3.2016, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Savastano,_Angelo