Schmid, Cäcilia

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Cäcilia Schmid

Cäcilia Schmid OCist

16. Äbtissin des Klosters Eschenbach 1890–1937

* 24. Jan. 1852 Biberach, Württemberg
† 19. Dez. 1937 Eschenbach, Kt. Luzern, Schweiz

Maria Cäcilia Schmid, Taufname Maria, wurde 1852 als Tochter einer wohlhabenden Fami­lie im schwäbischen Birkendorf (Biberach) geboren. Nach dem Besuch der Haushaltungs­schule des Zisterzienserinnenklosters Frauenthal bei Cham (Kanton Zug) trat sie am 22. Juli 1871 als Kandidatin in die Abtei Eschenbach im Kanton Luzern ein, wurde am 19. Januar 1873 als Novizin einge­kleidet und legte am 3. April 1874 die feierlichen Gelübde ab.

Von 1876 bis 1890 war sie Kapellmeisterin und zeitweise Organistin, von 1877 bis 1888 Lehrfrau der Kandidatinnen, von 1878 bis 1890 auch Novizenmeisterin und seit dem 22. März 1888 zugleich Priorin. Am 6. Februar 1890 wurde sie unter dem Vorsitz von Vaterabt Maurus Kalkum von Mehrerau als Nachfolgerin der verstorbenen Cäcilia Meyer einstim­mig zur Äbtissin gewählt und zwei Tage später von Abt Maurus benedi­ziert. Die Bestätigung durch den Generalabt Gregorio Bartolini erfolgte am 15. Februar 1890.

Äbtissin Cäcilia führte die Abtei 48 Jahre lang mit fester Hand. 1894 erhielt sie die dem Kloster 1848/49 entzogene Selbstverwaltung und Rechnungsführung zurück, 1907 das Kollaturrecht (Patronatsrecht) für die Pfarrpfründe Eschenbach, deren Pfarrhof sie innen und außen renovieren ließ. Im Kloster selbst ließ sie viele Renovierungen, Erneuerungen (Wasserleitungen, Elek­trizität) und Erweiterungsbauten durchführen. Hervorzuheben ist der Bau der neubarocken Klosterkir­che mit Kreuzgang 1909 bis 1912, der wegen der Abtretung der bisherigen Kirche an die Kirchengemeinde Eschenbach nötig geworden war. Als letzte Baumaßnahme veranlasste sie die Renovierung der St.­ Katharinen­kapelle in Inwil an der Reuß.

Maria Cäcilia Schmidt starb am 9. Dezember 1937 und wurde als erste Äbtissin in der Grablege für die Äbtissinnen im neuen Kreuzgang beigesetzt.

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Daten:

Vest.: 19. Jan. 1873; Prof.: 3. April 1874; Abbatisa: el. 6. Feb. 1890, ben. 8. Feb. 1890.

Literatur:

HS III/3 631–632 · CistC 50 (1938) 27 · Biberach kommunal. Amtliches Mitteilungsblatt der Stadt Biberach Nr. 1, 14. Januar 2015, S. 3 [1].

Zitierempfehlung: Schmid, Cäcilia, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 11.1.2016, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Schmid,_C%C3%A4cilia