Seignol, Ephrem

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Ephrem Seignol

Ephrem Seignol

Titularprior von Tamié 1875–1883; Gründungssuperior von N.-D. de La Consolation in China 1883–1886

* 1837 Saint-Just-en-Chevalet (Loire)
† 12. Aug. 1893 China

Ephrem Seignol, Taufname Louis, geboren 1837 in Saint-Just-en-Chevalet im Département Loire trat 1854, im Alter von 17 Jahren und unter dem Eindruck der Lektüre einer Lebensbeschreibung[1] des Trappisten Ephrem Ferrer, in Sept-Fons ein. Malachie Regnault holte ihn 1868 nach Tamié, um ihm das Noviziat zu übertragen. Unter Regnaults Nachfolger Théodore Pitoulet (reg. 1871–1875) war er Subprior und wurde am 17. September 1875 selbst zum Titularprior von Tamié ernannt. Unter seiner Leitung wurde der Schwerpunkt der Ökonomie von der Mühle auf die Käserei verlegt, außerdem entwickelte er mit seinem Bruder, einem Apotheker, einige Kräuterheilmittel.

1880 wurden die Mönche, wie überall in Frankreich, von der französischen Regierung aus ihrem Kloster vertrieben, konnten aber 1881 zurückkehren, obwohl der Generalvikar der Kongregation, Jean de Durat, im April 1881 die Religiosenkongregation um Erlaubnis gebeten hatte, das wegen der unsicheren finanziellen Situation und der fehlenden Neuzugänge gefährdete Priorat Tamié auch ohne Generalkapitelsbeschluss aufheben zu dürfen. Dem Antrag wurde zwar entsprochen, er kam aber durch den Tod Durats am 10. Dezember 1881 nicht zur Ausführung. Stattdessen übernahm Abt Sébastien Wyart von Ste-Marie-du-Mont (Mont-des-Cats) die Paternität über Tamié.

Nachdem Abt Jérôme Guénat von Sept-Fons dafür geworben hatte, den Konvent von Tamié zu einer Neugründung in China zu verwenden, meldete sich Ephrem Seignol als Freiwilliger und erhielt die Leitung der Gruppe. Am 4. März 1883 schiffte er sich in Marseille nach China ein und legte mit Hilfe mehrerer Brüder und zweier Patres in einem verlassenen Tal jenseits der Großen Mauer, im Norden Chinas, die Fundamente für die spätere Abtei (8. Mai 1891) Unsere Liebe Frau vom Trost (Notre-Dame de La Consolation). Den Namen hatte der hl. Giovanni Bosco ausgewählt, den Seignol vor seiner Abreise in Rom besucht hatte. Am 16. Juni 1884 wurden die ersten Gebäude eingeweiht und allmählich traten auch chinesische Novizen ein.

Seignol leitete die Gründung bis August 1886. Die Umstände seiner Absetzung sind etwas undurchsichtig. Er hatte seinen Vertreter Bernard Favre 1886 zum Generalkapitel der Kongregation von Sept-Fons nach Frankreich geschickt, der mit der Erhebung der Gründung zum Priorat und seiner Ernennung zum Titularprior zurückkam. Dom Ephrem fügte sich der Situation und lebte bis zu seinem Tod am 12. August 1893 still und unauffällig.

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  1. Wohl [Martrin-Donos, François-Régis]: Vie du père Marie Éphrem, (Vincent-Joseph-Mathieu Ferrer) : ou, Histoire d'un moine de nos jours, mort à la abbaye de la Trappe d'Aiguebelle, (Drôme). Avignon 1842, Clermont-Ferrand 1844.

Literatur:

Martin, Bruno-Jean: Histoire des moines de Tamié et de quelques autres. Saint-Etienne: Action Graphique, 1982, ²1987, S. 127–128.

Zitierempfehlung: Seignol, Ephrem, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 14.9.2015, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Seignol,_Ephrem