Siepen, Ägidius

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Ägidius Siepen

Ägidius Siepen

Abt des Klosters Altenberg 1679–1686

* 1635/36 Köln
† 17. Dez. 1686 Altenberg

Ägidius Siepen, latinisiert Sipenius, aus Köln trat 1655 in die Zisterzienserabtei Altenberg ein. Am 16. Mai 1653 wurde er an der Universität Köln immatrikuliert und erwarb dort den Grad eines Lizentiaten der Theologie. Im Kloster war er Lektor, zuletzt Prior. Nach dem Tod seines Vorgängers Gottfried Gummersbach wurde er am 4. November 1679 unter dem Vorsitz des Abtes Andreas Holtmann von Kamp zum Abt gewählt, am 1. Dezember bestätigt und am 28. Januar 1680 durch den apostolischen Nuntius Pallavicini benediziert.

1683 und wieder 1686, wie schon seine beiden Vorgänger, zum Generalvikar des Ordens für Niederdeutschland bestimmt, sah er in diesem Amt wohl seine Hauptaufgabe. Auf dem Generalkapitel 1683 gehörte er zu den aus der Linie Morimond (Altenbergs Mutterkloster) genommenen Definitoren. Persönlich berichtete er über den Stand der Klöster in seiner Ordensprovinz und beantragte anschließend, in einem dieser Klöster eine Art Kommunseminar (wohl nach dem Vorbild des Seminars der Bursfelder Kongregation) einzurichten. Er wurde angewiesen, selbst ein geeignetes Kloster auszuwählen. Er trat außerdem für eine straffe Tagesordnung und gegen die zu lange Dauer der Sitzungen ein. Er erhielt den Auftrag, mit dem Mainzer Erzbischof über dessen Verletzung der Ordensprivilegien in den Klöstern Eberbach und Schöntal zu verhandeln, eine Aufgabe, an der schon sein Vorgänger Gottfried Gummersbach gescheitert war. In dem völlig zerrütteten Zisterzienserinnenkloster Fürstenberg sollte er für Ordnung sorgen. Auf seine Veranlassung intervenierte der päpstliche Nuntius bei dem Bischof von Bamberg, das Kloster Langheim nicht mit Steuerforderungen zu behelligen. Gemeinsam mit dem Abt von Aulne (Diözese Tournai in Brabant) wurde er beauftragt, alle Klöster der Diözese Lüttich und der Länder zwischen Rhein und Maas zu visitieren und in den Nonnenklöstern vor allem auf eine strengere Beachtung der Klausur zu dringen.

1685 bemühte er sich bei Kardinal d’Estrees um die Beilegung des Streites zwischen dem Generalabt und den vier Primaräbten (Korrespondenz in Hauptstaatsarchiv Düsseldorf, Altenberg, Akten Nr. 6). Das Generalkapitel von 1686 erteilte ihm zugleich mit Abt Robert Bootz von Himmerod das Mandat, das in Unordnung geratene Kloster Heisterbach (Abt Gottfried Broichhausen) und dessen Tochterklöster binnen Monatsfrist zu visitieren und zu reformieren.

Ägisdius Siepen starb, seinem Grabstein im südlichen Seitenschiff der Klosterkirche zufolge erst fünfzig Jahre alt, am 17. Dezember 1686. Sein Nachfolger als Abt wurde Jakob Lohe; als Generalvikar folgte ihm Abt Robert Bootz 1687.

gge, Mai 2018


Daten:

Abbas: el. 4. Nov. 1679, ben. 28. Jan. 1680.

Literatur:

Mosler, Hans: Das Erzbistum Köln 1: Die Cistercienserabtei Altenberg (Germania Sacra Neue Folge 2), Berlin/New York: De Gruyter, 1965, S. 177–178.

Normdaten:

GND: 173291937 · BEACON-Findbuch · GSN: 010-02509-001

Zitierempfehlung: Siepen, Ägidius, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 23.5.2018, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Siepen,_%C3%84gidius