Sigl, Rainer

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Rainer Sigl

Rainer Sigl

55. Abt von Zwettl

* 15. Mai 1729 Iglau, Mähren
† 16. Mai 1808 Wien

Rainer II. Sigl war Küchenmeister und Kämmerer, bevor er 1776 nach dem Tod Rainer Kollmanns zum Abt gewählt wurde.

Die von Kaiser Josef II. angeordnete Errichtung neuer Pfarreien zwang ihn, mehrere Gebäude errichten zu lassen: den Pfarrhof und die Schule in Groß-Inzersdorf, den Pfarrhof und die Schule in Stralbach, den Pfarrhof, die Schule und den Kirchturm in Siebenlinden[1], den Pfarrhof und die Schule in Sallingstadt, den Pfarrhof, die Kirche und die Schule zu Wurmbrand; den Pfarrhof und die Schule in Etzen. Im Kloster selbst ließ er nach Abtragung des Turmes über der Einfahrt in den inneren Hof die Gastzimmer dieses (westlichen) Traktes herrichten und renovieren, die Gärtnerwohnung und die großen Glashäuser bauen.

Von 1778 bis zu dessen Aufhebung 1782 war Abt Rainer von der Regierung bestellter Administrator des Dominikanerinnenklosters Imbach bei Krems, dem er – um die ärgsten Forderungen der Gläubiger zu befriedigen – ein unverzinsliches Darlehen von 13,600 Gulden gab.

Nach zehnjähriger Regierung musste Abt Rainer 1786 dem damaligen Zeitgeist (josephin. Reformen) weichen. Unter Belassung des Titels Abt von Zwettl pensioniert, zog er sich in das Schottenstift nach Wien zurück, wo er seine letzten Lebensjahre verbrachte. 1790 versuchte er noch einmal erfolglos seine verlorene Stellung wiederzugewinnen. 1804 resignierte er, um eine Neuwahl zu ermöglichen. Am 16. Mai 1808 starb er in Wien.

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  1. Dort bestanden bereits zwei Kirchen, die St. Sebastianskirche und die St. Jakobskirche; erstere wurde abgebrochen und das Material zum Pfarrhof- und Schulbau verwendet, letztere wurde Pfarrkirche.

Daten:

Prof.: 6. April 1749; Sac.: 1755; Abbas: el. 24. April 1776, ben. 28. April 1776.

Bibliographie:

Rössler, Stephan: „Die Abtei Zwettl in Nieder-Oesterreich,“ in: Brunner, Sebastian: Ein Cisterzienserbuch. Würzburg 1881, S. 542ff., bes. S. 593–594. · „Zwettl,“ in: Beiträge zur Geschichte der Cistercienser-Stifte (= Xenia Bernardina III). Wien 1891, S. 160 · Schweickhardt, Friedrich: Darstellung des Erzherzogthums Oesterreich unter der Ens. 3. Band. Wien 1839.

Zitierempfehlung: Sigl, Rainer, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 27.9.2012, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Sigl,_Rainer