Sirvain, Bernard

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

'

Bernard Sirvain OCSO

4. Abt von Dombes 1905–1917

* 17. März 1841 Graissac (Aveyron)
† 15. April 1926 N.-D. des Dombes, Le Plantay

Pierre-Jean Sirvain trat im Mai 1872 als Kandidat in die Abtei Dombes ein und wurde im Juli d.J. in das Chornoviziat aufgenommen. 1874 legte er die einfachen und 1877 die feierlichen Gelübde ab. Im Dezember 1880 ernannte ihn Abt Gabriel Monbet von Aiguebelle als Pater Immediat zum Oberen von Bonnecombe – ohne Wissen des abwesenden Abtes Benoît Margerand, der wegen der Klosteraufhebungen durch die französische Regierung für den Konvent ein Refugium im Ausland suchte. Von seiner Reise zurückgekehrt, beorderte ihn Abt Margerand nach Dombes zurück und setzte ihn im Dezember 1881 als Prior der Tochtergründung Reichenburg in der Untersteiermark ein (heute Brestanica in Slowenien). Da Sirvain aber die Freundschaft des Konvents nicht gewinnen konnte, trat er im Mai 1885 zurück, um einem frei gewählten Nachfolger Platz zu machen (→ Jean-Baptiste Épalle). Im August 1885 in die Mutterabtei zurückgekehrt, wurde Sirvain dort zunächst Subprior, dann Prior.

Nachdem er in den vorangegangenen Jahren zunehmend den kranken Abt Dom Louis de Gonzague – auch auf den Generalkapiteln – vertreten hatte, wurde Sirvain im Oktober 1905 zu dessen Nachfolger gewählt[1]. Nach der Bestätigung der Wahl durch den Generalabt Augustin Marre, erhielt er am 29. Oktober in der Privatkapelle des Bischofs von Belley die Benediktion.

Bernard Sirvain übernahm einen Konvent von 78 Personen, der sich im Laufe seines zwölfjährigen Abbatiats auf rd. 45 Mönche reduzierte. Der Grund dafür lag in der kirchenfeindlichen Politik der französischen Regierung zu Beginn des 20. Jahrhunderts und dem 1914 ausgebrochenen Ersten Weltkrieg. 35 Chormönche und Konversen waren zum Wehrdienst einberufen, vier davon fielen. Ein weiterer Grund war aber auch, dass Abt Bernard, wie auch schon als Titularprior in Raichenburg, nie wirklich das Vertrauen und die Zuneigung der Klostergemeinschaft gewinnen konnte. Nachdem die Mönche sich brieflich nach Rom gewandt hatten, trat er im Juni 1917 zurück. Da wegen des Krieges eine Abtwahl nicht möglich war, wurde der Cellerar von Aiguebelle, Dom Bernard Delauze, als Superior in Dombes eingesetzt.

gge

  1. Wenn auch Abt Louis de Gonzague und der Konvent den Novizenmeister Vincent de Paul Sonthonnax favorisiert hatten, der aber abgelehnt hatte

Daten:

Vest.: 2. Juli 1872; Prof.: 15. Aug. 1874, 15. Aug. 1877; Abbas: el. 16. Okt. 1905, conf. 24. Okt. 1905, ben. 29. Okt. 1905 (Bf. Louis Luçon von Belley), res. 10. Juni 1917; Wappen: D'azur à la Vierge de Lourdes au naturel; Dev.: Sub umbra illius sedi (Cant. 2,3).

Literatur:

Dom Bernard Sirvain, quatrième Abbé de N.-D. des Dombes (1905–1917), in: Goutagny, Etienne: Cisterciens en Dombes, 1859–2001. Paris : L'Harmattan, 2004, S. 235–248

Zitierempfehlung: Sirvain, Bernard, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 6.1.2016, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Sirvain,_Bernard