Smyth, Clement

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Clement Smyth, ca. 1860

Clement Smyth

1. Titularprior von New Melleray 1849 und 1852–1857, 2. Bischof von Dubuque 1858–1865

* 24. Jan. 1810 Finlea, Co. Clare, Irland
† 23. Sep. 1865 Dubuque, Iowa, USA

Clement Smyth wurde am 24. Januar 1810 in Finlea, Irland, geboren und auf den Namen des Tagesheiligen Timotheus (Timothy) getauft. Er besuchte die Primarschule in Killaloe, dann die (protestantische[1]) höhere Schule in Limerick. Nach dem Studium am Trinity College in Dublin trat er in die 1802 in Waterford gegründete Schulbrüderkongregation der Presentation Brothers (Fratres Præsentationis Mariæ, FPM) in Youghal bei Cork ein, die er nach sechs Jahren, 1838, wieder verließ, um als Chornovize in die von Abt Vincent Ryan Zisterzienserabtei Mount Melleray zu wechseln. Am 29. Mai 1841 wurde er zum Priester geweiht und eröffnete 1843 die noch heute bestehende Abteischule, die unter seiner Leitung bald aufblühte.

Als Abt Bruno Fitzpatrick 1849 wegen der anhaltenden Hungerkrise (Potato Famine) in Irland eine Gründungskolonie nach Amerika schickte, beauftragte er P. Clement mit deren Leitung. Von Juli bis August 1849 und wieder von 1852 bis 1857 war Smyth Titularprior des neuen Klosters New Melleray in Peosta, Iowa, in der Diözese Dubuque. Auch in New Melleray gründete P. Clement wieder eine Schule. Als Bischof Mathias Loras wegen seiner Altersgebrechen zunehmend amtsunfähig wurde, schlug er Prior Smyth als seinen Nachfolger vor. Wenn auch das Generalkapitel 1856 die Anfrage von Abt Bruno abschlägig entschieden hatte, ernannte Papst Pius IX. Smyth mit Datum 9. Januar 1857 zum Koadjutor cum jure secessionis und Erzbischof Kenrick weihte ihn am 3. Mai 1857 in St. Louis auf den Titualarsitz Thennesus zum Bischof.[2] Die Leitung des Klosters New Melleray übernahm der Subprior James O’Gorman, der wenig später ebenfalls Bischof wurde.

Sechs Monate leitete Bischof Smyth nach dem Rücktritt des Bischofs Anthony O’Regan als Administrator die Diözese Chicago, residierte aber in Dubuque, wo er den Bau der Kathedrale leitete, in der Bischof Loras an Weihnachten 1857 das erste Pontifikalamt feierte. Seit Loras’ Tod im Februar 1858 Bischof von Dubuque, leitete Clement Smyth den weiteren Ausbau der Missionsdiözese, was ihm durch den Amerikanischen Bürgerkrieg erschwert wurde. Weitere Neubauten von Kirchen und Schulen waren nicht mehr möglich. 1863 benedizierte er den ersten Abt von New Melleray, Ephrem McDonnell. Nachdem er nach dem Attentat auf Präsident Abraham Lincoln, den er sehr befürwortete, eine flammende Predigt über Lincoln gehalten hatte, legte ein Brandstifter Feuer an seinen Stall und er verlor seine Kutsche und seine Pferde. Welch großes Ansehen Bischof Smyth in Dubuque genoss, zeigt sich darin, dass Protestanten und Katholiken ihm gemeinsam einen neuen Stall bauten und ihm einen neuen Wagen und zwei neue Kutschpferde schenkten.

Bischof Smyth leitete die Diözese Dubuque sieben Jahre. Er verließ seinen Sprengel selten, reiste aber 1862 nach Europa und besuchte dort auch sein Professkloster Mount Melleray. Er starb am 23. September 1865. Sein Nachfolger John Hennessy, der erste Erzbischof von Dubuque, ließ seine Gebeine 1902 in die neuerbaute Grabkapelle der Bischöfe und Erzbischöfe umbetten.

gge, Feb. 2019

  1. Katholische Schulen waren damals in Irland verboten.
  2. Anwesend bei der Zeremonie war auch Abt Eutropius Proust von Gethsemani in Kentucky.

Daten:

Prof.: 1. Nov. 1839; Sac.: 29. Mai 1841; Ep.: nom. 9. Jan. 1857, cons. 3. Mai 1857.

Literatur:

Coogan , M. Jane: Clement Smyth, OSCO, Trappist Monk and Frontier Prelate, in: Records of the American Catholic Historical Society of Philadelphia, Vol. 100, No. 1/4 (March-December, 1989), S. 17–37 · Henry, Mary Gertrude: The life of the Most Reverend Clement Smyth, D.D., O.C.S.O, second bishop of Dubuque, 1858–1865. New Melleray Abbey, 1937 · Death of Bishop Smyth: Fall Sketch of His Life and Ministerial Service, in: The Catholic Telegraph, 4 October 1865, S. 825.

Zitierempfehlung: Smyth, Clement, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 3.2.2019, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Smyth,_Clement