Stöckli, Augustin

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Augustin Stöckli OCist

Augustin Stöckli OCist

5. Abt von Wettingen-Mehrerau 1896–1902

* 22. Nov. 1857 Ruswil, Kt. Luzern
† 24. Sep. 1902 Eschenbach, Kt. Luzern

Augustin Stöckli, Taufname Alois, wurde am 22. November 1857 auf dem Gygehof in der zur Gemeinde Ruswil im Schweizer Kanton Luzern gehörenden Ortschaft Sigigen geboren. Seine Eltern Blasius Stöckli und Barbara Imbach waren einfache Bauersleute. Obwohl seine Eltern nicht reich waren, entschied er sich dem Beispiel eines Onkels folgend für den Priesterberuf. Er erhielt seine Schulbildung in Zug und am Stiftsgymnasium Engelberg und trat 1880 in das Noviziat der Zisterzienserabtei Mehrerau am Bodensee ein. Am 1. Oktober 1881 legte er die Profess ab und wurde nach dem Studium an der Hauslehranstalt am 26. Oktober 1884 zum Priester geweiht.

Noch im Jahr der Priesterweihe nahm er seine Lehrtätigkeit am Kollegium Bernardi der Abtei Mehrerau auf (bis 1895). Am 15. August 1886 wurde er Subpräfekt, 1887 Subpräses und am 20. August 1889 Präses der Marianischen Kongregation. Am 14. August 1893 berief ihn Abt Laurenz Wocher zum Präfekten des Instituts. Nach dem plötzlichen Tod des Abtes Wocher 1895 wurde Stöckli am Fest Kreuzauffindung (3. Mai 1895) zum Nachfolger gewählt und am 2. Dezember 1895 im päpstlichen Konsistorium präkonisiert (Wettingen-Mehrerau ist Konsistorialabtei). Die feierliche Benediktion durch Bischof Johann Zobl von Vorarlberg unter Assistenz von Bischof Dominikus Willi von Limburg und Abt Stephan Mariacher von Stams folgte am 19. Januar 1896.

In seiner nur sieben Jahre dauernden Amtszeit ließ Abt Augustin die alten, zu dunklen Kirchenfenster der Abteikirche durch neue, hellere austauschen, außerdem das Denkmal für den 1890 in Mehrerau verstorbenen Kardinal Hergenröther errichten. Am 1. Mai 1902 weihte er den Gnadenaltar ein. Nachdem die Gebäude der Landwirtschaft 1898 abgebrannt waren, ließ er neue, größere errichten und auch das Collegium vergrößern. Die Schreinerei wurde auf elektrischen Betrieb umgestellt und mit modernen Maschinen ausgerüstet. 1898 – zum 800-jährigen Jubiläum des Zisterzienserordens – gelang es Stöckli, das 1784 aufgehobene, aber fast vollständig erhaltene ehemalige fürstliche Stift Sittich (Stična) mit fast 200 Hektar Umland wieder für den Orden zu erwerben und von Mehrerau aus zu besiedeln. Es war dies die zweite Gründung innerhalb von zehn Jahren, die von Mehrerau ausging (die erste war Marienstatt 1888).

Abt Augustin Stöckli starb unerwartet am 24. September 1902 auf einer Reise in die Schweiz im Zisterzienserinnenkloster Eschenbach an einer Aortenruptur. Sein Leichnam wurde – nach einem Pontifikalrequiem durch den Baseler Bischof Leonhard Haas in der Eschenbacher Pfarr- und Klosterkirche – nach Mehrerau überführt und am 29. September 1902 neben seinem Vorgänger Laurenz Wocher in der Äbtegruft beigesetzt. Dem feierlichen Pontifikalrequiem in der Abteikirche stand Bischof Johannes Fidelis Battaglia von Chur vor, die Beisetzungszeremonie leitete Abt Konrad Kolb von Marienstatt. Die nach dem Zisterzienserrituale vorgeschrieben drei Absolutionen teilten sich der Bischof von Rottenburg (Paul Wilhelm Keppler) und die Zisterzienseräbte von Stams (Stephan Mariacher) und Hohenfurt (Bruno Pammer).

gge, Feb. 2008, rev. Feb. 2016


Daten:

Prof.: 1. Okt. 1881, 5. Okt. 1884; Sac.: 26. Okt. 1884; Abbas: el. 3. Mai 1895, präkon. 2. Dez. 1895, ben. 19. Jan. 1896.

Literatur:

Maurus Stratz: Abt Augustin Stöckli †. Cistercienser Chronik 14 (1902), S. 341–348 · Mehrerauer Grüße NF 1 (Sommer 1954) S. 66ff.

Normdaten:

GND: 1036810542 · BEACON-Findbuch

Zitierempfehlung: Stöckli, Augustin, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 5.4.2017, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/St%C3%B6ckli,_Augustin