Stadler, Christian

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Christian Stadler

Christian Stadler

7. Abt des Stiftes Schlierbach 1715–1740

* 17. Jan. 1672 Aussee, Steiermark
08. Feb. 1740 Schlierbach, Oberösterreich

Christian Stadler wurde am 17. Jänner 1672 als Kind des Eisenniederlegers Kaspar Stadler und seiner Frau Lucia Schröffel in (Bad) Aussee geboren und am 19. Jänner in der Pfarrkirche auf den Namen Melchior getauft. Während sein Zwillingsbruder Balthasar (1672–1724) als Severinus Stadler Chorregent des Passauer Augustiner-Chorherrenstiftes St. Nikola wurde, trat Christian Stadler nach dem Besuch des Gymnasiums in Admont und dem Theologiestudium in Graz (Priesterweihe am 7. April 1696) in das Zisterzienserstift Schlierbach ein, wo er um 1697 als Cellerar und um 1715 als Keller- und Küchenmeister tätig ist. Er hatte also schon lange Erfahrung in der Verwaltung des Klosters, als er am 3. Juni 1715 zum Abt gewählt wurde. Die langwierigen Verhandlungen zum Erhalt der kaiserlichen Genehmigung zur Abtwahl nach dem Tod seines Vorgängers Nivard Dierer († 11. März 1715) hatte er selber in Wien geführt.

Unter Abt Christian stand das Stift Schlierbach, wenn es auch nie zu den reichen Abteien Österreichs gehörte, in seiner Hochblüte. Die neuerbauten barocken Gebäude strahlten in vollem Glanz, der aus ca. 30 Personen bestehende Konvent war wohlgeordnet und wurde in strenger Disziplin gehalten. Der Abt war ein guter Wirtschafter, wenn er auch nach der Sitte der damaligen Zeit einen gewissen Prunk liebte. Die baulichen Unternehmungen Abt Christians beschränkten sich auf Ergänzungen und Verbesserungen der Raumausstattung von Kirche und Kloster, für die er kostbare Paramente und Geräte anschaffen ließ, u.a. den vergoldeten Tabernakel für den Hochaltar. Er ließ den sogenannten welschen Garten mit einer Orangerie anlegen, baute an der Krems das Stiftssägewerk, ließ die Pfisterei (Stiftsbäckerei) umbauen und kaufte Weinberge samt einem Haus in Klosterneuburg hinzu. Während seiner Regierungszeit wurde auch die Kirche von Sautern 1719 im Barockstil umgebaut und mit Fresken des Garstener Stiftsmalers Johann Carl Reslfeld versehen.

Abt Christian starb am 8. Februar 1740 im Stift und wurde in der Gruft beigesetzt, die er selber mit einem Altar hatte ausstatten lassen.

gge, Juni 2017


Daten:

Sac.: 7. April 1696; Abbas: el. 3. Juni 1715.

Literatur:

Etzlstorfer, Hannes: Die Kunstsammlungen des Stiftes Schlierbach, in: Keplinger, Ludwig (Red.): 650 Jahre Stift Schlierbach, Schlierbach 2005, S. 32–34 · Hofinger, Benedict: Schlierbach, in: Beiträge zur Geschichte der Cistercienserstifte, Wien 1891, S. 392–405 · [Zeller, Florian]: Das Zisterzienserstift Schlierbach im Kremstale, Schlierbach [1920], S. 40–41.

Zitierempfehlung: Stadler, Christian, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 23.6.2017, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Stadler,_Christian