Steininger, Augustin

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Augustin Steininger

Augustin Steininger

Abt des Stiftes Zwettl 1847–1875

* 15. März 1794 Merzenstein, NÖ
† 22. Aug. 1875 Zwettl

Augustin Steininger, Taufname Joseph, war der Sohn eines Maurergesellen. Er besuchte das Piaristengymnasium in Krems an der Donau und trat 1813 in das Zisterzienserstift Zwettl ein. Nach der Profess 1816 und der Priesterweihe 1818 begann er ein Studium am Höheren Priesterbildungsinstitut (Frintaneum) in Wien, wurde jedoch schon 1819 von dort abberufen, um an der Hauslehranstalt des Zisterzienserstiftes Heiligenkreuz Kirchengeschichte und Kirchenrecht zu supplieren.

Von 1820 bis 1822 war er Kooperator an der Stiftspfarre Zwettl, danach ein Jahr Aushilfspriester in Großgerungs und dann bis 1827 nochmals, diesmal als Professor, in Heiligenkreuz tätig. 1827 wurde er Novizenmeister in Zwettl, 1828 auch Subprior, 1832 bis 1834 Pfarrvikar in der Pfarre Etzen. Im August 1834 von den neugewählten Abt Julius Hörweg zum Waldmeister (Waldschaffer) bestellt, bewährte er sich in wirtschaftlichen Angelegenheiten so gut, dass er am 1. September 1847 in der Nachfolge des verstorbenen Julius Hörweg gleich im ersten Wahlgang mit 20 von 34 Stimmen zum Abt gewählt wurde.[1]

Obwohl er sich bei der Aufhebung des bäuerlichen Untertänigkeitsverhältnisses, der sog. Grundablösung, 1848 sehr großzügig verhalten hatte, konnte er trotz der daraus resultierenden finanziellen Einbußen des Stiftes mehrere Bauvorhaben realisieren. U. a. ließ er 1872 bis 1874 im Oberhof ein Stiftsgymnasium errichten, das jedoch nicht das Öffentlichkeitsrecht erhielt und 1876 aufgegeben werden musste.[2] Am 19. September 1861 (und wieder 1869) wurde er in der Nachfolge des verstorbenen Abtes Ludwig Crophius von Rein zum Generalvikar der österreichisch-ungarischen Zisterzienserkongregation gewählt. 1860 erhielt er den Orden der Eisernen Krone III. Klasse und 1868 das Komturkreuz des Franz-Joseph-Ordens. 1896 gehörte er zu den Teilnehmern der von Generalpräses Teobaldo Cesari einberufenen Äbtekonferenz in Rom.

Er starb am 22. August 1875 während der Vesper. Zu seinem Nachfolger wurde Anselm Brawenz gewählt.

gge, Okt. 2009, rev. März 2018

  1. 14 Stimmen hatte der Prior Joseph Schmid erhalten.
  2. Das mithilfe der Gemeinde errichtete Schulgebäude stand dann sechs Jahre leerm bis es 1882 von Abt Stephan Rössler an die Schulschwestern von Judenau vermietet und 1887 an diese verkauft wurde.

Daten:

Vest.: 11. Sep. 1813; Prof.: 18. Sep. 1816; Prim.: 8. Sep. 1818, Abbas: el. 1. Sep. 1847, ben. 2. Sep. 1847.

Auszeichnungen:

Orden der eisernen Krone III. Klasse (1860) · Komturkreuz des Franz-Josephs-Ordens (1868)

Literatur:

Beiträge zur Geschichte der Cistercienser-Stifte. Wien : A. Hölder, 1891, S. 161 · Eva Maria Schütz: Studien zur Geschichte des Stiftes Zwettl unter Abt Augustin Steininger (1847–1875). (Dissertation, Wien 1981) · Schachenmayr, Alkuin: Prägende Professoren in der Entwicklung des theologischen Lehrbetriebes im Cistercienserstift Heiligenkreuz 1802–2002, Bernardus 2004, S. 307 · ÖBL 1815–1950, Bd. 13 (Lfg. 60, 2008), S. 188f. ((H. Reitterer).

Normdaten:

GND: 1036431398 · BEACON-Findbuch

Zitierempfehlung: Steininger, Augustin, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 12.5.2019, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Steininger,_Augustin