Stibitz, Theobald

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Theobald Stibitz OCist
Foto: Thilo Zimmermann

Theobald Stibitz

Gründungsprior des Klosters Langwaden 1961–1971

* 10. Aug. 1923 Duppau, Böhmen[1]
04. Dez. 2012 Grevenbroich-Langwaden

Theobald Stibitz, Taufname Walter, stammte aus dem Sudetenland und wurde auf Wunsch seines Vaters in Berlin Ingenieur. 1945 trat er in das Noviziat des Klosters Osek in Böhmen ein; nur einen Monat später wurden die Mönche von der kommunistischen Regierung vertrieben. Stibitz kam dann nach St. Marienstern in Sachsen und legte am 14. Juni 1946 im Zisterzienserkloster Marienstatt im Westerwald die Profess für Osek ab.

Er studierte Theologie in Eichstätt und wurde am 30. Oktober 1949 in einer Notkirche in München-Karlsfeld zum Priester geweiht. Seine Primiz feierte er am 1. November 1949 in Raitenhaslach, wo sich einige Ossegger Mönche mit ihrem Abt Eberhard Harzer gesammelt hatten. Abt Harzer starb am Tag nach der Primiz, der Konvent fiel auseinander, die Mönche schlossen sich anderen Zisterzienserklöstern an oder gingen in die Pfarrseelsorge. Pater Theobald verließ Raitenhaslach am 31. Januar 1951 und wurde Hausgeistlicher (Spiritual) bei den Zisterzienserinnen in Waldsassen.

Auf Wunsch des Generalabts Sighard Kleiner übernahm er im September 1961 – gemeinsam mit fr. Bernhard Thebes und P. Norbert Vodenka – als Gründungsprior den Aufbau des Klosters Langwaden. 1971 ging er nach Österreich, als Hausgeistlicher und Exerzitienleiter der Schwestern vom heiligen Kreuz in Scheffau am Wilden Kaiser. 2008 kehrte er nach Langwaden zurück und war als Prediger und Beichtvater tätig.

Er starb am 4. Dezember 2012 und wurde auf dem Klosterfriedhof beigesetzt.

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  1. Die Stadt Duppau existiert heute nicht mehr. Sie wurde – nach der Vertreibung der deutschen Bevölkerung verfallen – 1955 bis auf die Grundmauern abgetragen, um einem Truppenübungsplatz Platz zu machen.

Daten:

Prof.: 14. Juni 1946; Sac.: 30. Okt. 1949; Prim.: 1. Nov. 1949.

Werke:

Der Bibliotheksaal in Waldsassen. Cistercienserinnen-Abtei. München und Zürich, Schnell & Steiner, 1959, 51988. · Klosterbibliothek Waldsassen. Tübingen : Metz, [1982].

Literatur:

Hopfgartner, Wolfgang: Vor 50 Jahren starb Eberhard Harzer, der letzte Abt von Raitenhaslach. In: Oettinger Land, Band 19 (1999), S. 93–101, bes. S. 99.

Normdaten:

GND: 107662892 · BEACON-Findbuch

Zitierempfehlung: Stibitz, Theobald, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 6.4.2017, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Stibitz,_Theobald