Tachon, Alphonse

Alphonse Tachon

Alphonse Tachon OCSO

Zisterzienser der Abtei Sept-Fons; Missionar; Prior in Wagap und Beagle Bay

* 11. Sep. 1847 Saint-Maurice-lès-Châteauneuf, Saône-et-Loire
† 12. Feb. 1928 Latrun, Palästina

Alphonse Tachon, geboren am 11. September 1847 als Sohn von Benoît Tachon und Jeanne-Marie Polette in Saint-Maurice-lès-Châteauneuf, wurde am 7. Juni 1873 zum Priester der Diözese Autun geweiht. Noch im selben Jahr in die Zisterzienserabtei strengerer Observanz („Trappisten“) Sept-Fons eingetreten, legte er dort 1875 die Mönchsprofess ab und wurde 1877 mit dem zum Abt ernannten Ambroise Janny und weiteren Mitbrüdern zur Gründung eines Klosters nach Wagap in Neukaledonien gesandt (Notre-Dame-des-Îles). Dort legte er am 28. Juni 1878 (als einziger Mönch während des Bestehens der Niederlassung) seine feierliche Profess ab.

In Wagap bauten die Trappisten eine Missionsstation und eine Pfarrei auf, deren Leitung P. Alphonse übernahm. Um sich ihr besser widmen zu können, bat er darum, von seinen Pflichten als Prior entbunden zu werden; diesem Gesuch wurde stattgegeben. Kurz darauf ereigneten sich zwei bedeutende Ereignisse im Leben der Pfarrei: am 7. August 1881 die Firmung von einhundertzwölf Christen, die er persönlich vorbereitet hatte, und am 16. Juni 1882 die Weihe einer neuen Kirche in Tye. Trotz dieser Erfolge kam die Gründung in Neukaledonien aus verschiedenen Gründen nicht in Gang und wurde daher vom Generalkapitel aufgegeben. Die letzten Mönche kehrten 1890 nach Europa zurück.

Pater Alphonse schildert die Schließung von Notre-Dame des Îles mit tief empfundener Rührung: „Im Laufe des Monats November 1888 traf plötzlich ein neuer Brief unseres Generalvikars ein. Wir wurden aufgefordert, die Niederlassung in Neukaledonien aufzugeben – die niemals neue Mitglieder hatte gewinnen können und zu abgelegen war –, um eine neue in Palästina zu gründen; eine Gründung, die von einem heiligen Priester aus dem Heiligen Land erbeten und vorbereitet worden war... Und so standen wir in Kaledonien plötzlich ohne Heim da. War es uns bestimmt, in Palästina zu sterben? Mein Herz ist gebrochen, nun da alles vorbei ist. Jene kaledonische Niederlassung ist gescheitert. Ich liebte sie, denn sie war meine Mutter; ich war ihr einziger Sohn, nachdem ich dort am 28. Juni 1878 meine Profess abgelegt hatte. Ich liebte diese Niederlassung trotz all ihrer Mühsale.“ (Brief vom 25. Juli 1889). „Es bot sich ein Bild völliger Trostlosigkeit. Viele konnten nichts essen. Welch ein Anblick, als wir das Ufer erreichten und an Bord des Schiffes gehen mussten! Wir verließen Pouanga am 8. Dezember, dem Fest der Unbefleckten Empfängnis. Wir nahmen nichts mit außer unseren Büchern, unserer Kleidung, der Kirchenwäsche und einigen wenigen, bescheidenen persönlichen Habseligkeiten.“ (Brief vom 16. Februar 1890).[1]

1890 brach Alphonse Tachon mit Abt Ambroise Janny, mit dem er in Marseille zusammengetroffen war, auf, um in der Kimberley-Region in Westaustralien die Mission Beagle Bay zu gründen: Notre-Dame du Sacré-Cœur. Dort sollte er bis zum Weggang der Trappisten im Jahr 1900 bleiben.

In Beagle Bay unterhielt er eine Schule und nahm mehrere Gruppentaufen vor. Er übersetzte, nachdem er die Sprache der Aborigines erlernt hatte, Kirchenlieder und Bibelstellen in die Sprachen der Nyul-Nyul und Djabba-Djabba. Er erstellte Katechismen in der Landessprache und erwarb sich fundierte Kenntnisse der lokalen Kultur und Riten.

Im Juni 1899 von der Gemeinschaft von Beagle Bay zum Oberen gewählt, wartete er die Bestätigung aus Frankreich ab, bevor er das Amt antrat. Am 23. November 1899 erklärte er der Gemeinschaft seinen Amtsantritt, konnte aber nicht mehr viel erreichen, denn im folgenden Jahr wurde auch diese Niederlassung (gegen seinen Willen, er verfasste auch eine Verteidigungsschrift zugunsten der Niederlassung) von der Mutterabtei Sept-Fons aufgegeben und die Mönche nach Frankreich zurückbeordert.

P. Alphonse ging dann nach Latrun in Palästina (heute Israel). Dort blieb er, bis ihn der Erste Weltkrieg 1915 nach Sept-Fons zwang. Nach Kriegsende nach Latrun zurückgekehrt, starb er dort am 12. Februar 1928 und wurde auch dort begraben.

Alphonse Tachon steht in Neukaledonien weiterhin in großem Ansehen. 2001 besuchten 60 pilgernde Kanaken sein Grab in Latrun (Chronique de Latroun). Das Werk von Pater Tachon wird derzeit vom Australian Institute of Aboriginal and Torres Strait Islander Studies (AIATSIS) in Canberra, Australien, verwahrt.

gge, Juni 2026

  1. Chronique de Latroun

Daten:

Sac.: 7. Juni 1873; Prof.: 1875; 28. Juni 1878.

Literatur:

Nailon, Brigida: Emo and San Salvador. Book 1: Broome and Beagle Bay. Echuca: Brigidine Sisters, 2005 · Durack, Mary: The rock and the sand. London: Constable, 1969 · Pourny, Thomas: Les trappistes de « Notre-Dame-des-Iles », en Nouvelle-Calédonie de 1887 à 1890 et la reprise de l'œuvre en 1969. Journal de la Société des océanistes, vol. 25 (1969), pp. 335–338 · Chronique de Latroun, n° 283, Juin 2001 · Tavardon, Paul: Trappistes en terre sainte: Des moines au cœur de la géopolitique. Latroun, 1890–1946. Domuni-Press, 2016.

Zitierempfehlung: Tachon, Alphonse, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 3.07.2026, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Tachon,_Alphonse

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