Tansi, Cyprian Michael

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Michael Tansi

Cyprian Michael Tansi OCSO

Zisterzienser der Abtei Mount Saint Bernard; Seliger

* Sep. 1903 Igboezunu, Aguleri, Nigeria
† 20. Jan. 1964 Leicester, England

Iwene (eigentl. Iwemmaduegbunam) Tansi wurde 1903 in einem kleinen Dorf in Nigeria als Sohn nicht-christlicher, aber sehr religiöser Eltern geboren und im Alter von neun Jahren auf den Namen Michael getauft. Den Vater verlor er als kleines Kind, die Mutter wurde 1922 – vom Medizinmann des Dorfes für die zunehmende Kindersterblichkeit verantwortlich gemacht – gezwungen, Gift zu trinken.

Michael Tansi wurde zunächst Lehrer und mit 21 Jahren Direktor der Dorfschule von Aguleri. Mit dem Wunsch, Priester zu werden, trat er in das Seminar St. Paul von Igbariam ein und wurde nach sechs Jahren Studium für ein Jahr zur Missionsarbeit nach Eke geschickt. Dort gründete er zusammen mit zwei Kollegen das große Seminar von Eke, zu dessen Finanzverwalter (Bursar) er 1932 bestimmt wurde. Im Dez. 1937 empfing er in der Kathedrale von Onitsha die Priesterweihe, wurde dann Hilfsgeistlicher in Nnewi, 1940 Pfarrer in Dunukofia, 1945 in Akpu/Ajalli und 1949 in Aguleri.

Bewegt von der Lektüre des Buches Le Christ, idéal du moine (dt.: Christus unser Ideal, Paderborn 1929) von Columba Marmion OSB fasste er gemeinsam mit seinem Kaplan Clément Ulogu, dem späteren 2. Abt von Bamenda, den Entschluss, in ein Kloster einzutreten. Begleitet von Erzbischof Heerey reiste er im Juni 1950 nach Mount St. Bernard in England, wurde – zunächst als Oblate – aufgenommen und erhielt den Ordensnamen Pater Cyprian. Clément Ulogu folgte ihm 1951. 1953 legten beide die einfachen und 1956 die feierlichen Gelübde ab.

1963 sollte P. Cyprian als Novizenmeister der geplanten Tochtergründung in Kamerun wieder nach Afrika gehen, erkrankte aber im Januar 1964 schwer und starb kurz darauf im Krankenhaus Leicester Royal Infirmary an einer Aortenruptur. Er wurde auf dem Klosterfriedhof beigesetzt. 1986 wurden seine Gebeine exhumiert und nach Nigeria überführt, wo sie auf dem Priesterfriedhof der Kathedrale von Onitsha erneut beigesetzt wurden. Schon bald soll sich dort ein Heilungswunder ereignet haben.

Cyprian Michael Tansi lebte mit besonderer Hingabe das zisterziensische Ideal der verborgenen Nachfolge Christi, des Gebets und der Buße. Papst Johannes-Paul II., der Tansi am 22. März 1998 in Nigeria selig sprach, hob in seiner Predigt dessen »große Liebe zu Gott« und »persönliche Güte« hervor.

Michael Tansi war Vorbild und Lehrer mehrerer bedeutender Kirchenmänner, darunter auch der spätere Kardinal Francis Arinze, den er als junger Gemeindepriester getauft hatte.

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Daten:

Bap.: 7. Jan. 1912; Sac.: 19. Dez. 1937 (Bf. Charles Heerey CSSp); Vest.: 8. Feb. 1953; Prof.: 8. Dez. 1953, 8. Dez. 1956; Bea.: 22. März 1998.

Bibliographie:

Elisabeth Isichei: Entirely for God. The life of Cyprian Michael Iwene Tansi. Kalamazoo: Cistercian Publications, 1980, 2000, 2005 (=Cistercian Studies Series 43) · Gregory Wareing: A New Life of Blessed Cyprian Michael Iwene Tansi, Mount St. Bernard Abbey, 1994.

Normdaten:

GND: 121276287 · BEACON-Findbuch

Zitierempfehlung: Tansi, Cyprian Michael, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 25.1.2016, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Tansi,_Cyprian_Michael