Tinti, Mauro

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Mauro TintiOCist

Mauro Tinti OCist

Generalprokurator OCist 23. Dez. 1892 bis 2. Okt. 1900, Titularabt von San Lorenzo in Doliolo, Interims-Generalpräses der italienischen Zisterzienserkongregation, Abt von San Bernardo alle Terme in Rom.

* 27. Jan. 1840 in Sanseverino (Marche)
† 18. Jan. 1912 San Bernardo alle Terme in Rom

Mauro Tinti, Taufname Telesforo, entstammte einer alten adeligen Familie der Republik San Marino. Mit 15 Jahren trat er in die Zisterzienserabtei Santa Croce in Gerusalemme in Rom ein, wo er am 1. Jänner 1857 die Profess ablegte. Er lebte dann in der Zisterzienserabtei San Bernardo alle Terme in Rom. Dort empfing er am 10. August 1862 die Priesterweihe. Er absolvierte sein Studium an der Gregoriana und schloss es 1863 mit dem Lizenziat ab.

Als nach der Eroberung Roms durch das Königreich Italien 1873/74 die Klöster aufgehoben wurden, konnte es der Pfarrer von San Bernardo alle Terme, P. Leone Bartolini, erreichen, dass P. Mauro Tinti als Pfarr-Adjutor und später als Vikar im stark verkleinerten Klosterkomplex von San Bernardo alle Terme wohnen bleiben durfte. 1891 wurde Mauro Tinti Generalassistent der italienischen Zisterzienserkongregation und Prior des Klosters San Bernardo. Auch wenn sein Kloster offiziell enteignet war und zivilrechtlich gar nicht mehr existierte, durfte doch eine kleine Gruppe von Zisterziensern als Pfarrseelsorger in San Bernardo wohnen. Kirchenrechtlich bestand das Kloster ohnehin fort.

Nach dem Tod von Generalprokurator Heinrich Smeulders (28. Juni 1892) und der kurzen Amtszeit des Interims-Generalprokurator Bernardo Dell’Uomo (Juli bis Dezember 1892) wurde Mauro Tinti am 23. Dezember 1892 neuer Generalprokurator des Zisterzienserordens der allgemeinen Observanz. In den Monaten unmittelbar davor hatte sich die Trennung der strengeren Observanz (Trappisten) von der allgemeinen Observanz vollzogen. Mauro Tinti führte sein Amt in einer Zeit aus, in der der Generalabt, Leopold Wackarž, fern von Rom, in Hohenfurt residierte. Mit Dekret des Heiligen Stuhles vom 8. Februar 1896 wurde Mauro Tinti zum Titularabt von S. Lorenzo in Doliolo ernannt. Am 27. Jänner 1897 erteilte ihm der Kardinalprotektor des Ordens, Kardinal Antonio Agliardi, die Abtbenediktion. Mauro Tinti blieb bis Oktober 1900 Generalprokurator. Kurze Zeit, von November 1899 bis Mai 1900, übte er auch das Amt eines Generalpräses der italienischen Zisterzienserkongregation aus.

Von 1905 bis 1910 war er, wie einst vor mehreren Jahren, Generalassistent der italienischen Zisterzienserkongregation. In dieser Zeit leitete er sein Kloster San Bernardo alle Terme als dessen Abt. Nach diesem Zeitraum von fünf Jahren zog er sich krankheitsbedingt von seinen Ämtern zurück.

In seinen verschiedenen Funktionen hatte er sich mit besonderem Eifer um den Aufschwung seiner italienischen Zisterzienserkongregation bemüht, die durch das italienische Risorgimento stark in Mitleidenschaft gezogen worden war. Er starb hoch angesehen in seinem Kloster San Bernardo alle Terme in Rom.

Pius Maurer, Sep. 2011


Daten:

vest.: 24. Dez. 1855; Profess für die Congregado S. Bernardi in Italia 1. Jan. 1857; Sac.: 10. Aug. 1862; Abbas tit.: nom. 8. Feb. 1896, ben 17. Jan. 1897.

Literatur:

Maurus Tinti, in: Cistercienser Chronik 24 (1912) 62.95. · Ildebrando Fiorucci: Cenno storico della Congregazione Cistercense Italiana, Roma 1997, 57f.

Zitierempfehlung: Tinti, Mauro, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 7.3.2018, URL: http://www.biocist.org/wiki/Tinti,_Mauro