Tiraboschi, Immacolata

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Immacolata Tiraboschi

Immacolata Tiraboschi OCSO

Äbtissin des Klosters Grottaferrata/Vitorchiano 1953–1958

* 07. Juni 1906 Garlasco, Provinz Pavia
07. Juli 1999 Vitorchiano

Immacolata Tiraboschi, Taufname Luigina, wurde 1906 in Garlasco geboren. Über ihre Zeit vor dem Klostereintritt ist nur wenig bekannt. Sie verlor früh die Mutter und eine jüngere Schwester, die im Alter von fünf Jahren starb. Mit 18 Jahren trat sie in die Kongregation der Rosminianer-Schwestern der Göttlichen Vorsehung ein und machte einen Universitätsabschluss (laurea in lettere). 1927 legte sie die einfachen, aber erst 1936 die ewige Profess ab und war als Lehrerin tätig.

1941 verließ sie die Kongregation, die sie bereits als zukünftige Generaloberin gesehen hatte, und trat in die Zisterzienserinnenabtei strengerer Observanz (Trappistinnen) Grottaferrata in Rom ein, wo sie außer der Äbtissin Tecla Fontana und der Novizenmeisterin Pia Gullini eine der wenigen Schwestern mit höherer Bildung war. Dort legte sie am 3. Oktober 1943 die feierliche Profess ab. In den folgenden Jahren bekleidte sie verschiedene Ämter: 1947 wurde sie Konversenmagisterin, 1951 Subpriorin, 1952 kommissarische Oberin (Superiora ad nutum) und am 13. November 1953 im ersten Wahlgang einstimmig zur Äbtissin gewählt. Trotzdem musste der Pater immediat sie drängen, die Wahl zu akzeptieren.

M. Immacolata führte die Abtei in einer Zeit, in der Veränderungen in raschem Tempo aufeinander folgten, obwohl das Zweite Vatikanische Konzil noch nicht stattgefunden hatte. Da der Standort des Klosters in Grottaferrata klimatisch nicht zuträglich war, plante sie von 1954 an die Verlegung des Klosters in einen kompletten Neubau in Vitorchiano bei Viterbo, der 1957 durchgeführt wurde. Da die mit dem Neubau verbundenen Probleme und Widrigkeiten ihre Kräfte überbeansprucht hatten, legte sie 1958 ihr Abbatiat ein Jahr vor Ablauf der Amtszeit nieder und zog sich nach Cafaggiolo, einem der Abtei Tre Fontane gehörenden Anwesen, zurück (Nachfolgerin: Armanda Borroni).

Nach Vitorchiano zurückgekehrt, lebte sie dort im Gästehaus, dessen Leitung sie übernahm (1962). Diese Aufgabe versah die über 30 Jahre, bevor sie ins Kloster zurückkehrte, auf die Krankenstation, wo sie am 7. Juli 1999 starb.

gge, Mai 2018


Daten:

Prof.: 3. Okt. 1943; Abbatissa: el. 13. Nov. 1953, res. 1958.

Literatur:

Monastero Trappiste Vitorchiano.

Zitierempfehlung: Tiraboschi, Immacolata, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 5.5.2018, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Tiraboschi,_Immacolata