Trenkle, Amalia

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Amalia Trenkle

Amalia Trenkle

Äbtissin des Klosters Lichtenthal 1834–1857

* 06. Feb. 1795 Ettenheim-Münchweier
† 15. Nov. 1857 Baden-Baden-Lichtental

Maria Friederika Amalia Trenkle, aus Münchweier, Profess 19. Februar 1816, war zunächst Lehrerin an der Klosterschule, später Schaffenerin (Cellerarin) gewesen. Sie wurde am 25. August 1834 zur Äbtissin des Klosters Lichtenthal gewählt und am 29. August d.J. von Weihbischof Hermann von Vicari (in Vetretung des Erzbischofs Bernhard Boll), der auch schon bei der Wahl den Vorsitz geführt hatte, feierlich benediziert. Bei dieser Gelegenheit legte sie auch öffentlich ihre feierliche Profess ab, da ihre 1816 abgelegten Gelübde von der badischen Regierung nur für drei Jahre gültig erachtet wurden und daher alle drei Jahre hatten wiederholt werden müssen.

Da es wegen der organisatorischen Trennung von Pfarrei und Kloster (die Klosterkirche war auch Pfarrkirche) immer wieder Schwierigkeiten gegeben hatte, schlug Äbtissin Amalia nach dem Weggang des Beichtvaters Kolb 1841 vor, das Amt des Pfarrers und Klostergeistlichen in Personalunion zu besetzen, was auch geschah und beibehalten wurde.

Am 1. Mai 1845 feierte die Abtei das 600jährige Bestehen mit einem von Erzbischof Vicari gehaltenen Pontifikalamt in der Klosterkirche, woran auch die großherzogliche Familie und höhere Regierungsbeamte teilnahmen. Die verwitwete Großherzogin Stephanie schenkte der Abtei zu diesem Jubiläum ein Pluviale, das sie aus ihrem Brautkleid hatte anfertigen lassen.

Von den Folgen der Revolution 1848/49 blieb das Kloster verschont. Die Aufständischen zogen am 29. Juli 1849 am Kloster vorbei, begnügten sich aber mit einigen Erfrischungen. Im Konvent führte Äbtissin Amalie den bis dahin wegen der zu geringen Zahl an Chorfrauen eingestellten Chorgesang wieder ein, achtete sehr auf die Ordensdisziplin und führte zur Hebung des Ordensgeistes jährliche Exerzitien durch.

Sie starb am 15. November 1852 nach kurzer Krankheit und wurde zu Füßen ihrer Vorgängerin Cäcilia Lauf in der Mitte der Klosterkirche beigesetzt.

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Daten:

Prof.: 19. Feb. 1816, Abbatissa: el. 25. Aug. 1834, ben. 29. Aug. 1834.

Literatur:

Ell, Emil: Zwei Jubiläen weisen nach Baden-Lichtental : Erinnerungen an Äbtissin Rosina Trenkle aus Münchweier und Johann Georg Stulz von Kippenheim. In: Der Altvater 40 (1982) 73–74 · Bauer, Benedikt: Das Frauenkloster Lichtenthal. Geschichte, Kirchen und Altertümer. Baden-Baden : Weber, 1896, S. 237–238.

Normdaten:

GND: 1012367843 · BEACON-Findbuch

Zitierempfehlung: Trenkle, Amalia, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 29.6.2017, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Trenkle,_Amalia