Valour, Claudius

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Claudius Valour OCSO

Claudius Valour OCSO

Abt von Notre-Dame-des-Neiges 1959–1982

* 06. Okt. 1913 Yssingeaux, Dép. Haute-Loire, Auvergne
† 29. Juni 2015 Saint-Laurent-les-Bains, Dép. Ardèche, Rhône-Alpes

Claudius Valour wurde am 6. Oktober 1913 als 9. und jüngstes Kind einer christlichen Familie in Yssingeaux geboren. Im letzten Kriegsjahr 1918 verlor er als Fünfjähriger seinen Vater, der als Soldat im Ersten Weltkrieg fiel. 1921 trat er in das kleine Seminar in Yssingeaux und 1933 in das Priesterseminar in Puy ein. Nach dem Militärdienst begann er 1936 sein Noviziat in der Zisterzienserabtei strengerer Observanz („Trappisten“) Notre-Dame-des-Neiges (ULF vom Schnee) in Saint-Laurent-les-Bains.

Am 8. Dezember 1928, kurz nach dem Tod seiner Mutter, legte er seine einfachen Gelübde ab und wurde, nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, am 3. September 1939 als Gebirgsjäger zum Kriegsdienst eingezogen (47ème régiment des chasseurs alpins). 1940 in deutsche Kriegsgefangenschaft geraten, blieb er dort trotz mehrerer Fluchtversuche bis zum 9. Mai 1945. Seine feierliche Profess konnte er daher erst am 6. Januar 1946 ablegen. Im selben Jahr (am 4. August) erhielt er die Priesterweihe. Es ist überliefert, dass Dom Claudius nach seiner Rückkehr aus der Gefangenschaft nur noch 40 kg wog und bereits die Totenglocken für ihn geläutet wurden. Bald wurde er Novizenmeister und 1951 Prior, bis er am 2. April 1959 zum Abt gewählt wurde.

Valours 23-jährige Amtszeit markiert eine Zeit großer Blüte in der Geschichte der Abtei. „Le Père Bâtisseur“ ließ mehrere Neu- und Umbauten am Kloster und den Wirtschaftsgebäuden ausführen, u.a. das Gästehaus und die Vergößerung der Keller (in Bellegarde und in Neiges). Nach seiner Resignation 1982 diente er mehreren Frauenklöstern als Spiritual: Cabanoule, dann Tenshien in Japan und zehn Jahre in der Abtei la Coudre in Laval.

Seine letzten Lebensjahre verbrachte er im Kloster Neiges, wo er am 29. Juni 2015 starb und am 1. Juli in der Gruft beigesetzt wurde.

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Daten:

Vest.: 1936, Prof.: 8. Dez. 1938, 6. Jan. 1946; Sac.: 4. Aug. 1946; Abbas: el. 2. April 1959, res. 1982.

Literatur:

Nekrolog

Zitierempfehlung: Valour, Claudius, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 24.2.2016, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Valour,_Claudius