Van Langendonck, Franciscus

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Franciscus-Maria Van Langendonck

Franciscus-Maria Van Langendonck

frz. François-Marie Van Langendonck

Prior von Gard und Mont-des-Cats; Gründungssuperior der St. Sixtus-Abdij 1831–1836

* 30. Nov. 1760 Löwen, Belgien
02. Nov. 1836 Westvleteren, Belgien

Andreas van Langendonck, geboren 1760 in Löwen, Belgien, als Sohn des Braumeisters Gilles van Langendock und seiner Frau Johanna van der Hoeft, trat mit dem Ordensnamen Fr. Justus in den Kapuzinerorden ein und wurde am 10. Juni 1786 in Mechelen zum Priester geweiht. Bis zur Vertreibung durch die französischen Revolutionstruppen 1797 lebte er im Kapuzinerkloster Dendermonde. Da er den Eid auf die Zivilverfassung für den Klerus verweigerte, wurde er bei Hamm inhaftiert, konnte aber entkommen und trat am 25. September 1801 in das Trappistenkloster Darfeld in Westfalen ein (Einkleidung 4. Okt. 1801). Dort legte er am 25. Januar 1803 die Profess ab. Nach dem Umzug der Mönche in das nahegelegene alte Zisterzienserpriorat Klein-Burlo Ende 1804 blieb Van Langendonck als Beichtvater der Nonnen in Darfeld zurück[1]. 1806 wurde er in Klein-Burlo Subprior.

Als Napoleon die 1811 die Trappistenklöster in seinem Herrschaftsbereich aufhob, musste er wieder fliehen ung ging als Beichtvater mit den französischsprachigen Nonnen nach Verlaine (Belgien) in das Herrenhaus Borsut. Nach der Wiederzulassung der Trappisten in Frankreich 1815 gehörte er zu der Gruppe, die mit dem Darfelder Subprior Germain Gillon nach Frankreich ging und dort 1816 die ehemalige Abtei Le Gard bei Amiens wiederbesiedelte. Er hatte eigentlich mit den Nonnen aus Borsut nach Laval gehen und dort der Oberin Elisabeth Piette als Sekretär zur Seite stehen sollen, dieses jedoch abgelehnt (Knoll S. 260). Schnell wurde er dort Prior und Novizenmeister des zunächst nur aus wenigen Religiosen bestehenden und zunächst führungslosen Konvents. Am 8. November 1827 ernannte ihn Abt Gillon zum Oberen (Prior) der Tochtergründung Mont-des-Cats in Godewaersvelde (Nordfrankreich).

Nachdem es 1831 zu Streitigkeiten innerhalb des Konvents gekommen war, in die sich auch Bischof Louis Belmas (1757–1841) von Cambrai einmischte, dessen Autorität Prior Van Langendonck wegen dessen Vergangenheit als ehemaliger konstitutioneller Bischof nicht anerkennen wollte[2], verließ Langendock am 30. Juli 1831 mit drei Mitbrüdern Frankreich und ließ sich in Westvleteren kurz hinter der belgisch-französischen Grenze nieder. Dort gründeten sie mit Zustimmung des Abtes Gillon die spätere Abtei Sint-Sixtus. Am 4. November 1831 wurde in den provisorischen Gebäuden die erste Konventmesse gefeiert; der Tag gilt daher als Gründungsdatum der Abtei. 1832 nahm Abt Gillon die Neugründung als Tochterhaus an und visitierte sie am 6. August 1833. Die Konventstärke betrug 13 Mönche, bis 1835 wuchs sie auf 23 Mönche an. Mit der Erhebung des ebenfalls in Belgien liegenden Priorats Westmalle zur Abtei (Breve Cum religiosae familiae v. 22. April 1836) wurde Sint-Sixtus durch den Apostolischen Visitators der Klöster in Belgien, Franciscus Corselis (1767–1853), Generalvikar des Bistums Brügge, der Paternität des Abtes von Westmalle (Martinus Dom) unterstellt.

Prior Van Langendock starb am 2. November 1836, nach langer Krankheit, im Ruf der Heiligkeit. Bei der Verlegung des Klosterfriedhofs 1843 wurde sein Leichnam unversehrt vorgefunden.

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  1. Eine der Nonnen war seine Nichte Françoise (Jeanne) van Langendonck († 1808 in Darfeld-Rosenthal)
  2. Bischof Belmas hatte das Kloster seiner Jurisdiktion unterstellt, nachdem der Cellerar, Nil van Hoecke, sich in einer finanziellen Angelegenheit, die er als existenzbedrohend für das Kloster geschildert hatte, hilfesuchend an ihn gewandt hatte. Damit war Mont-des-Cats der Zuständigkeit des Abtes von Le Gard entzogen und quasi ein Schisma entstanden. Langendonck und mehrere andere Mönche waren damit nicht einverstanden und verließen das Kloster. Bischof Belmas ernannte den Cellerar zum vorläufigen Prior. Abt Germain wandte sich daraufhin an den Generalvisiator der französischen Trappistenklöster Antoine de Beauregard, der Van Hoecke zum Apostaten erklärte. Endgültig zum Ende kam die Situation erst mit Belmas Tod 1841. Van Hoecke verließ das Kloster 1842 und ließ sich durch den neuen Erzbischof von Cambrai, Pierre Giraud, säkularisieren.

Daten:

Sac.: 10. Juni 1786; Vest.: 4. Okt. 1801; Prof.: 25. Jan. 1803.

Literatur:

Knoll, Wilhelm: 30 Jahre Trappistenniederlassung in Darfeld 1795–1825. Ein Beitrag zur Kirchengeschichte im Kreis Coesfeld, Mainz, Bernardus-Verlag, 2012, S. 141, 158, 179, 240, 244, 260 · Lootens, Johannes et.al.: De Sint-Sixtusabdij van Westvleteren. Geschiedenis - Spiritualiteit - Bouwen aan de toekomst, Leuven: Davidsfonds, 2012, S. 286–287.

Zitierempfehlung: Van Langendonck, Franciscus, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 15.1.2016, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Van_Langendonck,_Franciscus