Verniolle, Jérôme

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Jérôme Verniolle

Jérôme Verniolle

Titularprior des Zisterzienserklosters Bellevaux/Val-Sainte-Marie 1832–1839

* 27. Sep. 1793 Prades de Montaillou, Ariège
04. Juli 1880 Grâce-Dieu

Jérôme Verniolle, Taufname Jean, geboren am 27. September 1793 in Prades de Montaillou im Département Ariège, trat am 10. Mai 1819 in das Kloster Notre-Dame-du-Gard ein, legte am 3. Juli 1820 die Profess ab und wurde zum Priester geweiht. Am 7. Juli 1830 wurde er nach Bellevaux geschickt, dessen Konvent nach der französischen Julirevolution gewaltsam vertrieben wurde und ein vierjähriges Exil in der Schweiz fand. Nach dem Weggang des Superiors Stanislas Lapierre nach Sint-Sixtus 1832 wurde er Oberer der Mönchsgemeinschaft.

Nachdem sich die politische Lage in Frankreich wieder beruhigt hatte und die Trappisten aus der Schweiz zurückkehren konnten, gingen sie nicht mehr nach Bellevaux, das verkauft wurde, sondern ließen sich auf einem ca. 35 Hektar umfassenden Hof bei Malans, 30 Kilometer südlich von Bésançon nieder, den Verniolle gekauft hatte. Da der Kaufvertrag am Fest Mariä Geburt (8. Sep. 1834) geschlossen wurde, erhielt die neue Niederlassung den Namen Val-Sainte-Marie. Dort begannen sie mit dem Bau neuer Klostergebäude, gerieten aber dadurch in solche finanzielle Bedrängnis, dass das Generalkapitel schon 1838 die Aufhebung des Klosters beschloss. Dass es dazu nicht kam, lag am Widerstand des Erzbischofs von Bésançon, Césaire Mathieu, der eine Trappistenniederlassung in seiner Diözese behalten wollte.

Aus Krankheitsgründen nicht mehr in der Lage, sein Leitungsamt auszuüben, bat Verniolle im Mai 1839 auf dem Generalkapitel (der Kongregation von La Trappe) um Entlastung, die er im September 1839 durch Genès Estanave (1788–1844) aus der Abtei Melleray auch erhielt, und legte sein Amt 1840 nieder. Er starb am 4. Juli 1880 in Grâce-Dieu, wohin Val-Sainte-Marie 1844/49 verlegt worden war.

Verniolle verfasste eine Geschichte des Klosters Val-Sainte-Marie, die zunächst nur an Freunde und Förderer verteilt wurde. Sie erlebte von 1841 bis 1843 vier Auflagen.

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Werke:

Histoire des Trappistes du Val-Sainte-Marie, Diocèse de Besançon, avec des notices intéresantes sur les autres monastères de la Trappe en France. 4. edition revue avec soin. Waille, Paris 1843 Digitalisat.

Literatur:

Abbaye Notre-Dame de La Grâce-Dieu: L'Abbaye cistercienne Notre-Dame de La Grâce-Dieu 1139–1989. Besançon: Université de Franche-Comté ; Paris : diff. les Belles Lettres, 1989 · Richard, Abbé [Jean-François-Nicolas]: Histoire de l’Abbaye de la Grâce-Dieu au diocèse de Besançon. Besançon: J. Jacquin, 1857.

Zitierempfehlung: Verniolle, Jérôme, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 4.12.2015, URL: http://www.biocist.org/wiki/Verniolle,_J%C3%A9r%C3%B4me