Werner, Adolf (Zirc)

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Adolf Werner OCist

Adolf Werner OCist

Gymnasialdirektor; Abt von Zirc, Pilis-Pásztó und Szentgotthárd 1924–1939

* 14. Mai 1867 Tiszafüred
05. Feb. 1939 Zirc

Adolf Werner, Taufname Vilmos (Wilhelm), war ein Sohn des nach Ungarn eingewanderten und in Tiszafüred ansässigen Steueramtsverwalters Eduard Werner und seiner Frau Karoline Horváth, Edle von Zalabér. Sein älterer Bruder war der Romanautor und Landtagsabgeordnete Gyula Werner (1862–1926).

Nach der Versetzung des Vaters nach Eger (Erlau) besuchte Wilhelm Werner dort die Schulen und legte 1886 die Reifeprüfung ab. Schon vor der Matura, wie es damals üblich war, war er in das Noviziat der Zisterzienserabtei Zirc eingetreten, das er in den Jahren 1883 bis 1884 absolvierte. Nach dem Studium an der Hauslehranstalt und am Bernhardinum in Budapest wurde er im Juni 1890 von der Universität Budapest zum Doktor der Philosophie promoviert und legte am 30. Juli 1890 die feierliche Profess ab. Am 3. August 1890 von Weihbischof István Pribék zum Priester geweiht, feierte er am 15. August 1890 in der Zisterzienserkirche in Eger seine Primiz.

Im September desselben Jahres kam er an das Zisterziensergymnasium Székesfehérvár (Stuhlweißenburg) und erhielt noch im selben Jahr das Professorendiplom. Von 1895 bis 1904 unterrichtete er Ungarisch und Latein in Eger. 1904 übernahm er von P. Gustav Fölker die Leitung der Schule und des Zisterzienserkonvents in Baja. 1917 wechselte er in gleicher Funktion nach Eger und erhielt 1921 den Titel eines kgl. Oberdirektors.

Nach dem Tod des Abtes Remig Békefi wurde er am 25. Juni 1924 unter dem Vorsitz von Generalabt Kassian Haid nach altem Ordensbrauch zum Abt der vereinigten Abteien Zirc, Pilis, Pásztó und Szentgotthart gewählt[1] und vom Generalabt sofort bestätigt, nicht wie seine Vorgänger vom König aus einem Dreiervorschlag ernannt[2]. Die Benediktion nahm zwei Tage später der päpstliche Nuntius in Ungarn, Erzbischof Lorenzo Schioppa, vor.

Zu Werners Verdiensten als Abt gehört die wirtschaftliche Befestigung des Stiftes nach der Weltwirtschaftskrise. Diese ermöglichte es, die Gymnasien zu modernen Lehranstalten auszubauen: das staatliche Gymnasium in Budapest mit der Pfarrkirche, die Neubauten in Pécs und Székesfehérvár, die Umbauten in Baja und Zirc, die Kirchen von Hercegfalva und Nagykarácsony szállás usw. Die dem Stift gehörenden oder eingepfarrten größeren Höfe erhielten eigene Gottesdienste, in sämtlichen Pfarreien wurden Volksmissionen abgehalten. Dazu kommt eine innere Reform der Abtei, die – von oben aufgetragen – er durchsetzte und auch selbst befolgte.

Schon einige Jahre sehr krank, konnte er 1938 an der Konsekration der Ordenspfarrkirche in Budapest nicht mehr teilnehmen, obwohl er noch dorthin gereist war, ebensowenig an der Präsideskonferenz im Kloster Sittich. Im Dezember nach Zirc zurückgekehrt, starb er dort am 5. Februar 1939. Sein Leichnam wurde interimistisch vor dem Kreuzaltar in der Gruft des ersten Abtes Antal Dréta beigesetzt. Die Exequien hielt der aus Rom angereiste Generalabt Edmondo Bernardini. Zu seinem Nachfolger als Abt wurde der Schuldirektor Vendel Endrédy gewählt.

Abt Werner publizierte zahlreiche literaturhistorische, ästhetische und pädagogische Abhandlungen. Papst Benedikt XV. verlieh ihm den Gebrauch des violetten Biretts und Pileolus, Papst Pius XI. den der weißen Cappa magna. Reichverweser Miklos Horthy verlieh ihm 1929 den Ungarischen Verdienstorden 2. Klasse mit Stern, 1934 das goldene Signum Laudis und 1938 den Rang eines Geheimrats mit dem Titel Exzellenz, den er als erster Zircer Abt führte.

gge, Feb. 2011, rev. März 2018

  1. Er war schon bei der Wahl des Abtes Remig 1911 Kandidat der Minorität gewesen.
  2. Der Königsthron war unbesetzt und das königliche Patronatsrecht nicht auf den Reichsverweser übergegangen.

Daten:

Vest.: 27. Aug. 1883; Prof.: 30. Mai 1887; 30. Juli 1890; Sac.: 3. Aug. 1890; Abbas: el. 25. Juni 1924, ben. 27. Juni 1924.

Werke:

Goethe és Kármán. Szombathely, 1890. · Kisfaludy Sándor levélregénye. 1890. · A székesfehérvári kath. főgymnásium története. Székesfehérvár, 1896.

Literatur:

Das geistige Ungarn : biographisches Lexikon / herausgegeben von Oskar von Krücken und Imre Parlagi. Wien, Leipzig: Braumüller, 1918 · Nachruf in Cistercienser Chronik 51 (1939), S. 120–125 (P. Dr. Franz Magyarász).

Zitierempfehlung: Werner, Adolf (Zirc), in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 13.3.2018, URL: http://www.biocist.org/wiki/Werner,_Adolf_(Zirc)