Winter, Hieronymus

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Hieronymus Winter

Hieronymus Winter

Abt des Klosters Kaisheim 1674–1681

~ 13. April 1636 Höchstädt
† 28. Mai 1681 Oberschönenfeld

Hieronymus Winter war ein Sohn des pfälzischen Kastners Winter in Höchstädt und Beichtvater in der Zisterzienserinnenabtei Kirchheim als er am 13. September 1674 unter dem Vorsitz des Abtes Edmond Quiquerez von Lützel[1] zum Abt des Klosters Kaisheim gewählt wurde. Wahlassistenten waren die Äbte Martin Dallmayr von Fürstenfeld und Andreas Hausmann OSB von Heiligkreuz in Donauwörth gewesen. Die Benediktion erfolgte am 16. September 1674. Dem Herzog von Pfalz-Neuburg leistete Abt Hieronymus den 1656 vereinbarten, aber längere Zeit unterbliebenen Handeid.

Noch im Monat seiner Wahl begab er sich zur Visitation nach Pielenhofen. Im Krieg zwischen Frankreich und dem Kaiser 1675 musste er zur Finanzierung monatlich 300 Gulden an das Reich (Kaisheim war Reichskloster) abliefern und ließ aus Vorsicht wertvolle Gegenstände und wichtige Dokumente nach Augsburg und Ingolstadt bringen. Trotz dieser Umstände konnte er einige zukäufe für das Kloster machen, ein neues Brauhaus bauen und eine neue große Orgel aufstellen lassen. 1677 ernannte ihn Kaiser Leopold zum kaiserlichen Rat und Kaplan. 1678, am 17. Mai, baute der Konverse und Schlosser Johann Haus das Uhrwerk der Turmuhr ein. 1679 ließ Abt Hieronymus die alte Marienkapelle abbrechen und außerhalb der Kirche neu erbauen, inklusive einer Gruft, in die er dann selber gelegt wurde. 1681 wurde der neue Altar in der Kapelle aufgestellt und das Gnadenbild feierlich dorthin übertragen. Am 22. September 1680 wurde Kaisheim durch Abt Petrus Tanner von Lützel visitiert.

Am 28. Mai 1681 begab sich Abt Hieronymus zur Abnahme einer Profess in das Zisterzienserinnenkloster Oberschönenfeld, wo er erkrankte und noch am selben Nachmittag starb. Seine Eingeweide wurden in Oberschönenfeld bestattet, sein Körper in der neuen Gruft in Kaisheim. Auf dem Sterbebett hatte er seinen Ring vom Finger gezogen und ihn P. Elias Götz übergeben, der am 26. Juni 1681 zu seinem Nachfolger gewählt wurde.

gge, Okt. 2019

  1. Kaisheim war eine Tochtergründung von Lützel.

Daten:

Abbas: el. 13. Sep. 1675, ben. 16. Sep. 1674.

Literatur:

Steichele, Anton: Geschichte des Klosters Kaisersheim, in: Das Bisthum Augsburg, historisch und statistisch beschrieben, Band 2, Augsburg 1864, S. 610–660 · Schaidler, Martin: Chronik des ehemaligen Reichsstiftes Kaisersheim (Kaisheim). Nördlingen, 1867, S. 201–204 · Lindner Pirmin: Monasticon episcopatus Augustani antiqui, Bregenz 1913.

Zitierempfehlung: Winter, Hieronymus, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 28.10.2019, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Winter,_Hieronymus