Wostrowski, Margareta

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Margareta von Wostrowski

Margareta von Wostrowski

Fürstäbtissin von Trebnitz 1741–1747

* 11. Juli 1691
† 15. Juli 1747 Trebnitz, Schlesien [Trzebnica, Polen]

Margareta von Wostrowski und Skalka, eingekleidet am 30. Juni 1715, Profess am 12. Juli 1716, wurde am 27. November 1741 einstimmig zur Äbtissin gewählt, acht Monate nach dem Tod ihrer Vorgängerin Sophia von Koryciński, da man wegen des Krieges (Erster Schlesischer Krieg) keine Äbtissinnenwahl gewagt hatte. Es wäre auch diese Wahl nicht geschehen, wenn der neue Landesherr, König Friedrich II. von Preußen, nicht den Befehl dazu gegeben und einen Kommissar abgeordnet hätte. Ihre Schwester Hedwig war Äbtissin des Klarissenklosters in Breslau, ihr Bruder Niclas wurde 1743 Propst im Kloster Trebnitz (bis 1751), ein weiterer Bruder, Niclas Gottlob, war von 1720 bis 1729 Sekretär im Kloster, dann königlich preußischer Oberamtsdirektor in Glogau.

Äbtissin Margareta wird beschrieben als „kluge und unternehmende Dame“, mit festem Charakter, der gut zu den Zeitumständen passte. Sie begann mit der Barockisierung der Stiftskirche und reformierte die innere Struktur des Klosters und die Disziplin. Jede Chorfrau erhielt ihre eigene Zelle und es wurde nach den Ordensvorschriften ein Krankenzimmer eingerichtet. Sie führte Fastenpredigten ein und ließ einen Kreuzweg in der Kirche und einen im Kloster erbauen. Außerdem verordnete sie das gemeinsame Mahl im Refektorium mit begleitender Lesung. Den vielen Anfechtungen durch die Kriegsumstände, aber auch durch Stiftsuntertanen, die ihre Abgaben nicht leisten wollten, oder den Herzog von Oels, der sich das Jagdrecht in den Stiftswäldern anmaßte[1], war sie sehr wohl gewachsen.

Nachdem der Krieg beendet war, fing sie an, die Schulden zu tilgen, erkrankte aber bald an der Wassersucht. Sie starb am 15. Juli 1747 (post multa laudabiliter facta) und wurde als erste in der von ihr geschaffenen Konventualinnengruft in der Klosterkirche beigesetzt. Ihre Nachfolgerin wurde die Kellermeisterin Bernarda von Paczinski und Tenczin.

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  1. Ihre Nachfolgerin Bernarda Paczinska von Tenczin führte deswegen einen Prozess gegen den Herzog, den durch in alle Instanzen gewann.

Daten:

Vest.: 30. Juni 1715; Prof.: 12. Juli 1716; Abbatissa: 27. Nov. 1741.

Literatur:

Schmidt, Karl August: Geschichte des Klosterstiftes Trebnitz, von dessen Begründung im Jahre 1203 bis auf unsere Zeit. Oppeln, Wilhelm Clar, 1853 · Kastner, August (Hg.): Geschichte und Beschreibung des fürstlichen jungfräulichen Klosterstiftes Cistercienser Ordens in Trebnitz: aus den Stifts-Urkunden und anderen bewährten Schriften zusammengetragen von Aloysius Bach. Neisse: J. Graveur, 1859.

Zitierempfehlung: Wostrowski, Margareta, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 4.12.2016, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Wostrowski,_Margareta