Wrba, Theobald

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Theobald Wrba OCist

Theobald Wrba OCist

Abt des Zisterzienserstiftes Lilienfeld 1931–1943

* 19. Juli 1868 Mährisch Schönberg
03. Juli 1943 Kreisbach bei Wilhelmsburg

Abt Theobald Wrba, Taufname Richard, war der Sohn eines Fleischhauers. Er besuchte das Gymnasium in Mährisch-Schönberg und Olmütz und trat 1886 in das Noviziat des Stiftes Lilienfeld ein. Nach dem Studium in Heiligenkreuz wurde er 1891 zum Priester geweiht und war dann auf verschiedenen Seelsorgestellen und Klosterämtern (Novizenmeister, Prior, Kellermeister) eingesetzt. Am 11. Februar 1931 unter dem Vorsitz von Generalvikar Abt Gregor Pöck von Heiligenkreuz zum Abt gewählt, wurde er am folgenden Tag durch Diözesanbischof Memelauer von St. Pölten in der Stiftskirche benediziert.

Abt Theobald Wrba war durch die einsetzende Inflation mit großen finanziellen Sorgen belastet. Zur Aufrechterhaltung der Wirtschaft mussten viele wertvolle Kunstgegenstände veräußert werden. Wegen hoher Steuerrückstände wurde der Hof in Krems 1938 an das Land Niederösterreich verkauft. Durch die folgende nationalsozialistische Machtergreifung war der Bestand des Stiftes bedroht. Das Konventgebäude wurde 1940 auf 99 Jahre an die NSDAP verpachtet und als Kreishaus verwendet.

Die seit 1936 laufende Apostolische Visitation, durch die das klösterliche Leben nach mehr monastischen Gebräuchen verändert werden sollte, führte zu großen Spannungen im Konvent. Zugleich wurde großes Gewicht auf die wirtschaftliche Gebarung des Stiftes gelegt. Im gleichen Jahr wurde auch das seit ungefähr 1795 bestehende Sängerknabeninstitut geschlossen. Nach vergeblichen Resignationsbemühungen gefördert durch die Ereignisse der letzten Jahre, lebte Abt Theobald seit 1939 in Kreisbach von St. Pölten, wo er am 3. Juli 1943 starb. Am 7. Juli wurde er durch Bischof Michael Memelauer von St. Pölten in der Äbtegruft in Lilienfeld beigesetzt.

Eugen Müller


D:

Vest.: 23. Aug. 1886; Prof.: 24. Aug. 1887, 26. Dez. 1890; Sac.: 12. Juli 1891; Abbas: el. 11. Feb. 1931, ben. 12. Feb. 1931.

L:

Müller, Eugen: Professbuch des Zisterzienserstiftes Lilienfeld. St. Ottilien: EOS, 1996, S. 409–410.

Zitierempfehlung: Wrba, Theobald, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 5.7.2013, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Wrba,_Theobald