Zemplén, György

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

György Zemplén

György Zemplén OCist

Zisterzienser der Abtei Zirc; Theologieprofessor; Weihbischof in Esztergom

* 01. Aug. 1905 Hann. Münden, Niedersachsen
† 29. März 1973 Budapest, Ungarn

György Zemplén, Taufname Zoltán, wurde 1905 in Hannoversch Münden geboren, wo sein Vater, der Physiker Győző Zemplén (1879–1916), Professor am Polytechnikum in Budapest, physikalische Forschungen betrieb. Er besuchte die Zisterziensergymnasien in Budapest und Eger und trat 1921 als Novize in die Zisterzienserabtei Zirc ein. Im folgenden Jahr legte er die einfachen und 1938 die feierlichen Gelübde ab. Er studierte Philosophie und Theologie an der Benediktinerhochschule Sant’Anselmo in Rom und wurde am 30. Juni 1939 ebenda zum Priester geweiht. 1931 wurde er an der Universität Heiliger Thomas von Aquin (Angelicum) zum Doktor der Theologie promoviert.

Nach Zirc zurückgekehrt, erhielt er eine Dozentur für Theologie am theologischen Institut, dessen Rektor er 1940 wurde. Außerdem war er Zeremoniär und Notar des Abtpräses Adolf Werner, von 1934 an auch Präfekt der Theologiestudenten. 1946 kam er als Direktor des Bernhardinums (Institutum studiorum Sancti Bernardi, 1889–1950) nach Budapest und wurde im selben Jahr Dozent an der theologischen Fakultät der Péter-Pázmány-Universität. 1947 wurde er Ordinarius für Theologie und lehrte zunächst Fundamentalthologie, von 1949 an Moraltheologie.

Nach der Machtübernahme durch die Kommunisten und der Auflösung der Klöster 1950 durfte er zunächst noch an der Universität bleiben. Nach der Auflösung der theologischen Fakultät ging er an das kirchliche Institut für Philosophie und Theologie Thomas von Aquin. Dort übernahm er 1953 den Lehrstuhl für Moraltheologie, den er bis zu seiner Bischofsernennung behielt. In den akademischen Jahren 1950/51 und 1955/56 war er Dekan der Fakultät. 1965 wurde er zum Rektor des päpstlichen Instituts für die Ungarn in Rom ernannt, wo er bis 1968 lebte. Im Sommer 1968 zum Rektor des Zentralseminars in Budapest berufen, kehrte er nach Ungarn zurück und wurde 1969 zum Weihbischof in der Erzdiözese Esztergom bestellt und zum Titularbischof von Arena ernannt. Die Bischofsweihe erfolgte, zusammen mit drei anderen Bischöfen[1], am 12. Februar 1969 durch den Erzbischof von Kalocsa, József Ijjas, in der Basilika von Budapest.

Weihbischof Zemplén war nur vier Jahre im Amt. Er starb am 29. März 1973 in Budapest.

gge, Jan. 2016

  1. Jozsef Kacziba (1914–1989), Bischof von Győr (Raab), József Udvardy (1911–2000), Bischof von Csanád, und Jozsef Vajda (1912–1978), Weihbischof in Vác.

Daten:

Vest.: 14. Aug. 1921; Prof.: 17. Aug. 1922, 27. Juni 1928; Sac.: 30. Juni 1929, Ep. tit.: nom. 10. Jan. 1969, cons. 12. Feb. 1969.

Werke:

Karakterológia és szenttamási etika. Vác, 1939 · Metafizika és értékelmélet. Budapest, 1942 · Jellem és sors a modern karakterológiában. Veszprém, 1943 · Teológia moralis. (Jegyzet.) Budapest, 1949.

Literaur:

Hradil, Gerhard: Neuer Cistercienserbischof: Exz. Georg Zoltán Zemplén. Cistercienser Chronik 76 (1969), S. 192f.

Zitierempfehlung: Zemplén, György, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 9.5.2018, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Zempl%C3%A9n,_Gy%C3%B6rgy