Ziegelböck, Malachias

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Malachias Ziegelböck

Malachias Ziegelböck

Abt des Stiftes Säusenstein 1715–1737

† 20. Nov. 1737

Malachias Ziegelböck, geboren in Komorn in Ungarn, legte am 6. November 1695 im Zisterzienserstift Säusenstein (Gottestal) die Profess ab. Am 25. Juli 1715, 45 Tage nach dem Tod seines Vorgängers Malachias Tripodi, wurde er zum Abt gewählt und am drei Tage später in der Stiftskirche durch den Generalvikar Gerhard Weixelberger von Heiligenkreuz infuliert. Assistenten waren die Äbte Melchior Zaunagg von Zwettl und Hilarius Sigmund von Wilhering.

Er führte den von seinem Vorgänger nach dem Klosterbrand 1703 begonnenen Wiederaufbau fort, ließ die Dächer mit Ziegeln eindecken und die Gänge mit Kehlheimer Platten pflastern. In Wulzeshofen ließ er ein neues Pfarrhaus bauen, ebenso baute er die 1720 abgebrannte Kirche und das Pfarrhaus in Stronzdorf wieder auf. Für die Stiftskirche schaffte er wertvolle Pontifikalornate und Kirchengeräte an. Gegen eine Zahlung von 500 Gulden bestätigte Kaiser Karl VI. die Stiftsprivilegien, was unter den Kaisern Ferdinand III., Leopold I. und Josef I. unterlassen worden war. Trotz der Kosten für Bauten und Anschaffungen konnte Abt Malachias die von seinem Vorgänger übernommenen Baukredite tilgen.

Zwischen Abt und Konvent scheint es Unstimmigkeiten gegeben zu haben, denn am 10. Oktober 1731 wurde das Mutterkloster Wilhering[1] gebeten, einen Priester als Prior nach Säusenstein zu schicken, der den Frieden zwischen dem Abt und seinen Religiosen wieder herstellen sollte. Doch es kam nicht dazu, worüber Abt Chrysostomus Wieser von Lilienfeld als Generalvikar der österreichischen Zisterzienserklöster sehr ungehalten war.

Malachias Ziegelböck starb am 20. November 1737 und wurde vor dem Josefsaltar an der Seite seiner vorverstorbenen Schwester Juliana begraben.

gge, April 2017

  1. Die Paternität über Säusenstein war 1726 wieder von Heiligenkreuz nach Wilhering zurückgekommen.

Daten:

Prof.: 6. Nov. 1695; Abbas: el. 25. Juli 1715, ben. 25. Juli 1715.

Literatur:

Erdinger, Anton: Geschichte des aufgehobenen Cisterzienser-Stiftes Säusenstein in Niederösterreich, in: Blätter des Vereines für Landeskunde von Niederösterreich, Band 10, Wien 1876, S. 271–289, hier: 287–289.

Zitierempfehlung: Ziegelböck, Malachias, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 16.11.2017, URL: http://www.biocist.org/wiki/Ziegelb%C3%B6ck,_Malachias