Zuri, Philipp

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Philipp Zuri

Philipp Zuri

Abt der Zisterzienserstifte Welehrad in Mähren und Pilis-Pásztó in Ungarn 1763–1784; Generalvikar für Böhmen 1779–1784

* 21. März 1717 Wien
† 13. April 1800 Wischau, Mähren [Vyškov, Tschechien]

Philipp Zuri trat nach Abschluss der Gymnasialstudien in das Zisterzienserkloster Welehrad ein und studierte in Prag und Brünn Theologie und die Rechte. Seine Oberen sandten ihn dann nach Rom, wo er für die Exemption seines Ordens in Böhmen und Mähren von der bischöflichen Jurisdiktion tätig war.

Am 15. September 1763 zum Abt von Welehrad, und der damit verbundenen Abteien Pilis und Pásztó, gewählt, nahm er 1768 am Generalkapitel in Cîteaux teil. Nach Aufhebung des Jesuitenordens übernahm Abt Philipp 1776 im Namen des Pilis-Pásztóer Konvents die Versorgung des Erlauer Gymnasiums (ehem. Jesuitenkolleg), 1777 ließ er den Konvent von Pásztó nach Erlau übersiedeln.

Nachdem er schon einige Jahre als Visitationsassistent tätig gewesen war, wurde er am 29. November 1779 von der Provinzversammlung in Königsaal zum Generalvikar des Ordens in Böhmen gewählt[1]. 1784 wurde Kloster Welehrad von Kaiser Josef II. aufgehoben, zwei Jahre später auch der Konvent in Erlau. Die Konventualen zerstreuten sich, nur die Professoren blieben als Weltpriester am Gymnasium.

Der pensionierte Abt überlebte die Aufhebung seiner Abteien noch lange. Er starb 1800 in Wischau und hinterließ sehr viele Gemälde (bes. von Ignaz Raab), eine Sammlung von geschnittenen Steinen, eine Münzsammlung und fast 4000 Bände aus der Stiftsbibliothek, von denen 1200 später in die Olmützer Bibliothek kamen. Sein Barvermögen von 35.000 Gulden hatte er zum größten Teil dem Wischauer Armeninstitut vermacht.

gge

  1. Steinbach, Otto: Diplomatische Sammlung historischer Merkwürdigkeiten, aus dem Archive des gräflichen Cisterzienserstifts Saar in Mähren, Band 1, Prag, Wien und leipzig, 1783, S. 217.

Literatur:

Wurzbach, Constant: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich 60 (1891), S. 320f. · Rainiss, Julius: Die Abtei Zircz mit den dazu gehörigen Abteien Pilis, Pásztó und St. Gotthard in Ungarn, in: Brunner, Sebastian: Ein Cisterzienserbuch. Würzburg 1881, S. 522–541, bes. S. 538. · Kroupová, Jana: Nulla rerum humanarum ratio, sed una conscientiae ac salutis aeternae cura habenda est. Životní osudy představených sekularizovaných mnišských řeholních domů na Moravě na konci 18. století [Die Lebensschicksale der Vorstände von säkularisierten Mönchsordenshäusern in Mähren am Ende des 18. Jahrhunderts]. Folia Historica Bohemica 23 (2008). S. 249–283.

Zitierempfehlung: Zuri, Philipp, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 4.10.2012, URL: http://www.biocist.org/wiki/Zuri,_Philipp