Zwettl

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Stift Zwettl

Clara Valle in Austria
Ort: Zwettl, Österreich
Observanz: OCist
gegründet: 1138
Primarabtei: Morimond
Mutterabtei: Heiligenkreuz
Web: www.stift-zwettl.at

Zwettl, Zisterzienserabtei der gewöhnlichen Observanz in Österreich, gegründet 1138 von Heiligenkreuz, besteht seitdem ununterbrochen als drittältestes Zisterzienserkloster weltweit.

Geschichte

Stift Zwettl als das weltweit drittälteste durchgehend bestehende Zisterzienserkloster datiert auf das Jahr 1138 zurück, als der Kuenringer Hadmar I. durch eine Stiftung Mönchen aus Stift Heiligenkreuz die Errichtung eines ersten Klostergebäudes am Kamp ermöglichte. Die wirtschaftliche Basis des Stiftes im Waldviertel bildete die Kultivierung des Landes. 1159 konnte die erste romanische Klosterkirche geweiht werden, die im 14. Jahrhundert durch einen gotischen Kirchenbau ersetzt wurde.

Kriege und die Reformation bescherten dem Kloster im 15. und 16. Jahrhundert schwierige Zeiten. Im Barock setzte dann aber eine Periode der religiösen und wirtschaftlichen Erneuerung ein; u.a. wurden die Stiftsgebäude vollkommen umgestaltet und die Kirche fertiggestellt und im Innern kostbar ausgestattet. Mit dem unter Abt Melchior Zaunagg erbauten Kirchturm erhielt das Stift sein unverkennbares Wahrzeichen. Joseph Munggenast und Paul Troger gestalteten den barocken Bibliothekssaal.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts erfolgte im Rahmen der Josephinischen Kirchenreform eine weitgehende Veränderung des klösterlichen Leben, die Mönche wandten sich vermehrt der Seelsorge in den anvertrauten 15 Pfarren zu. Im 20. Jahrhundert überstand das Stift die beiden Weltkriege und die NS-Zeit weitgehend unbeschadet. Mit der Gründung des Bildungshauses in den 1920er-Jahren und der "Höheren Lehranstalt für Umwelt und Wirtschaft Yspertal" entstanden neue Arbeitsfelder in der Seelsorge.

Stift Zwettl heute

Derzeit sind 18 Mönche im Stift Zwettl tätig. Sie leisten seelsorgerische Dienste in 17 Pfarren in der Umgebung. Unternehmerisch aktiv ist das Stift mit Betrieben in der Forst- und Teichwirtschaft. Letztere ist vor allem für die Zucht der Waldviertler Karpfen bekannt. Zum 875-Jahr-Jubiläum im Jahr 2014 war eine umfassende Klosterrenovierung abgeschlossen worden.

Äbte

siehe Äbteliste Stift Zwettl


Literatur:

Johann Tomaschek: Zisterzienserstift Zwettl. Brandstätter, Wien 1989, ISBN 3-85447-323-0.

Zitierempfehlung: Zwettl, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 27.8.2017, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Zwettl