Zwigott, Jakob

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Jakob Zwigott

Jakob Zwigott

41. Abt des Zisterzienserstiftes Rein 1696–1709

* 1643/44 Graz
† 20. Nov. 1709 Rein

Jakob Zwigott entstammte wohl der Grazer Künstlerfamilie Zwigott. 1667 von Abt Balthasar Stieber in die Zisterzienserabtei Rein aufgenommen, legte er am 20. März 1667 die Profess ab und feierte 1671 seine erste hl. Messe. Von 1675 bis 1677 war er Pfarrvikar in Gratwein, 1693 in St. Pankrazen und 1695 Propst in Straßengel, dann Gutsverwalter in Rohr. Als ehemaliger Zögling des Jesuitenkomvikts in Graz war er in der Rhetorik ausgebildet. Die Literatur schreibt ihm eine Neigung zur Astronomie zu, die aber nicht näher erläutert wird.

Am 19. August 1696 wurde er unter dem Vorsitz des vom Vaterabt Candidus Pfister von Ebrach dazu delegierten Generalvikars Marian Schirmer von Heiligenkreuz zum Abt gewählt. Wahlassistenten waren die Äbte von Sittich, Anton Gallenfels, und Schlierbach, Nivard Dierer, die auch bei der Benediktion durch Abt Marian am folgenden Tag assistierten. Abt Jakob stellte den Revers an die Regierung am 21. August 1696 aus und wurde am 7. Dezember 1696 als Verordneter in das Landhaus eingeführt. Am 5. Juli 1698 wurde er von Generalabt Nicolas Larcher von Cîteaux zum Generalvikar für Kärnten und Krain ernannt und am 18. Mai 1699 und abermals 1700 in diesem Amt bestätigt. Als solcher visitierte er im Jänner 1700 und im Juli 1701 das Kloster Sittich in der Krain und 1705 Lilienfeld. Am 18. Februar 1702 leitete er die Abtwahl in Viktring (Abt Johannes Moser), 1703 in Landstraß (Friedrich Hofstetter) und am 9. April 1707 in Neukloster (Abt Robert Lang). Bestrebungen, die Abtei St. Gotthard in Ungarn zu übernehmen, blieben ohne Ergebnis.

Abt Jakob war ein großer Marienverehrer und führte 1699 im Kloster verschiedene Erleichterungen und Änderungen im Gottesdienst ein. Er konnte die Wirtschaft verbessern und die Schulden verringern, obwohl er während des Spanischen Erbfolgekrieges (1701–1714) hohe Summen an die Regierung abführen musste. Er starb am 20. November 1709, im 65. Lebensjahr, nach langer Krankheit, und hinterließ seinem Nachfolger Placidus Mally ein geordnetes und wohlbestelltes Kloster. Disziplinare Probleme, die es unter seinen Vorgängern noch gegeben hatte, sind aus seiner Amtszeit nicht bekannt.

gge, Juni 2018


Daten:

Prof.: 20. März 1667; Sac.: 1671; Abbas: el. 19. Aug. 1969, ben. 20. Aug. 1969.

Literatur:

Wind, Martin: Die Äbte von Rein. In: Stift Rein 1129–1979. 850 Jahre Kultur und Glaube. Rein, 1979 · Brandt, Veronika: Das Zisterzienserkloster Rein in den Jahren 1640 bis 1710: das Wirken der Äbte Balthasar Stieber, Candidus Schillinger, Alan Matt und Jakob Zwigott. Diss. Univ. Graz, 1979.

Zitierempfehlung: Zwigott, Jakob, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 18.6.2018, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Zwigott,_Jakob