Florenser: Unterschied zwischen den Versionen

 
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1196 von Papst Cölestin III. bestätigt und im frühen 13. Jahrhundert von den Päpsten und den Staufern gefördert, breitete sich der Orden in Süditalien aus. In seiner Blütezeit gehörten ihm ca. 60 Männer- und vier Frauenklöster an. Zu den bekanntesten gehörten – neben dem Mutterkloster S. Giovanni in Fiore – S. Angelo am Monte Mirteto bei Ninfa und S. Maria della Gloria bei Anagni (beide in Latium).
 
1196 von Papst Cölestin III. bestätigt und im frühen 13. Jahrhundert von den Päpsten und den Staufern gefördert, breitete sich der Orden in Süditalien aus. In seiner Blütezeit gehörten ihm ca. 60 Männer- und vier Frauenklöster an. Zu den bekanntesten gehörten – neben dem Mutterkloster S. Giovanni in Fiore – S. Angelo am Monte Mirteto bei Ninfa und S. Maria della Gloria bei Anagni (beide in Latium).
  
Nach dem Ende der Stauferherrschaft setzte ein langsamer Niedergang ein. Die Regularäbte wurden durch Kommendataräbte ersetzt. Einige Klöster vereinigten sich mit dem Zisterzienserorden und lebten in der 1605 gegründeten Zisterzienserkongregation Calabro-Lucana weiter, darunter auch das Stammkloster; andere schlossen sich dem Dominikanerorden oder den Kartäusern an. San Giovanni in Fiore wurde 1808 aufgehoben.
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Nach dem Ende der Stauferherrschaft setzte ein langsamer Niedergang ein. Die Regularäbte wurden durch Kommendataräbte ersetzt. Einige Klöster vereinigten sich mit dem Zisterzienserorden und lebten in der 1605 gegründeten [[Kalabrisch-Lukanische Kongregation|Zisterzienserkongregation Calabro-Lucana]] weiter, darunter auch das Stammkloster; andere schlossen sich dem Dominikanerorden oder den Kartäusern an. San Giovanni in Fiore wurde 1808 aufgehoben.
  
==Literatur==
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* [[Obrecht, Edmond]]: ''The Florians.'' In: The Catholic Encyclopedia. Bd. 6 New York: Robert Appleton, 1909
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* LThK III Bd. 3 (2006) 1323 (Gerhard B. Winkler)
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{{sub2|TITLE=Literatur|DATA=[[Obrecht, Edmond]]: The Florians, in: The Catholic Encyclopedia, Bd. 6. New York: Robert Appleton, 1909 · LThK III Bd. 3 (2006) 1323 ([[Winkler, Gerhard|Gerhard B. Winkler]]).}}
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Aktuelle Version vom 3. Juni 2020, 13:46 Uhr

Florenser, auch Florienser oder Floriazenser, die Mitglieder eines 1189 von dem ehemaligen Zisterzienserabt Joachim von Fiore († 1202) gegründeten Reformordens, der v.a. in Süditalien verbreitet war.

Der Orden

Der Orden der Florenser geht auf das 1189 als Reformkloster von dem ehemaligen Abt der Zisterze von Corazzo, Joachim von Fiore, gegründete Kloster S. Giovanni in Fiore (Kalabrien) zurück. Die von Joachim selbst verfassten Konstitutionen sind heute nicht mehr erhalten. Sie sahen im Kern eine Rückkehr zur ursprünglichen Observanz der Benediktsregel vor und waren denen der Zisterzienser verwandt. Die Florenser gingen barfuß und trugen ein grobes weißes Ordensgewand. Sie lebten fern von den Siedlungen, leisteten Feldarbeit und widmeten sich dem Gebet und der Kontemplation.

1196 von Papst Cölestin III. bestätigt und im frühen 13. Jahrhundert von den Päpsten und den Staufern gefördert, breitete sich der Orden in Süditalien aus. In seiner Blütezeit gehörten ihm ca. 60 Männer- und vier Frauenklöster an. Zu den bekanntesten gehörten – neben dem Mutterkloster S. Giovanni in Fiore – S. Angelo am Monte Mirteto bei Ninfa und S. Maria della Gloria bei Anagni (beide in Latium).

Nach dem Ende der Stauferherrschaft setzte ein langsamer Niedergang ein. Die Regularäbte wurden durch Kommendataräbte ersetzt. Einige Klöster vereinigten sich mit dem Zisterzienserorden und lebten in der 1605 gegründeten Zisterzienserkongregation Calabro-Lucana weiter, darunter auch das Stammkloster; andere schlossen sich dem Dominikanerorden oder den Kartäusern an. San Giovanni in Fiore wurde 1808 aufgehoben.

gge, Feb. 2010


Literatur:

Obrecht, Edmond: The Florians, in: The Catholic Encyclopedia, Bd. 6. New York: Robert Appleton, 1909 · LThK III Bd. 3 (2006) 1323 (Gerhard B. Winkler).

Zitierempfehlung: Florenser, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 3.06.2020, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Florenser