Félix Alonso Garcia OCSO
2. Abt und Erbauer der Zisterzienserabtei San Isidro 1916–1939
* 1. Aug. 1874 Los Tremellos (Burgos)
† 21. Nov. 1939 San Isidro de Dueñas (Palencia)
Félix Alonso Garcia aus Los Tremellos in der Provinz Burgos trat am 10. April 1891 mit seinem Bruder P. Emiliano in das neu gegründete Zisterzienserkloster (strengerer Observanz) San Isidro de Dueñas ein. Er war der vierte der Brüder Alonso Garcia[1], der in den Zisterzienserorden eintrat und der erste Chorkandidat in San Isidro.
Schon kurz nach der Schulzeit hatte er sich (wie mehrere spanische Kandidaten) an die von dem Spanier Candide Albalat y Puigcerver geleitete französische Abtei Désert (bei Toulouse) gewandt, da es in Spanien seit den Klosteraufhebungen 1835 keine Zisterzienserklöster mehr gab. Abt Albalat plante schon länger, ein Kloster in Spanien zu gründen, damit die jungen Menschen dieses Landes nicht ins Ausland gehen mussten. Schon in den 1880er-Jahren hatte er eine Mönchsgruppe unter der Leitung von P. Nivard Fournier nach San Isidro im spanischen Bistum Palencia entsandt, die dort unter schwierigsten Bedingungen versuchten, die Ruinen einer ehemaligen Benediktinerabtei wieder bewohnbar zu machen. Auch eine neue Klosterkirche war unter Fourniers Leitung erbaut worden. 1891 übernahm Ange Ginabat die Leitung in San Isidro und brachte mehrere spanische Mönche mit sich, darunter die Brüder Alonso Garcia.
Am 18. August 1901 wurde Félix Alonso gemeinsam mit seinem Bruder Emiliano und seinen Mitbrüdern Luis und Francisco de Borja von Kardinal Aguirre, Erzbischof von Burgos, in der Klosterkirche San Isidro zum Priester geweiht. Am 13. Juni 1916, dem dritten Sonntag nach Pfingsten, unter dem Vorsitz von Abt André Malet von Désert, zum Abt gewählt, wurde er am 26. Juli desselben Jahres von Dr. Barberá y Boada, Bischof von Palencia, benediziert.[2]
Don Félix war im Gegensatz zu seinem Vorgänger Don Angel, der völlig losgelöst von der eigentlichen Ausführung der äußeren Arbeiten lebte[3], ein Mann von großer Tatkraft. Es gab keinen Bereich der Klosteranlage, in dem er nicht Hand anlegte – mit größerem oder geringerem Erfolg. Er gestaltete das Kloster völlig neu und machte das große, verfallene Gebäude, das er bei seiner Wahl vorgefunden hatte, wieder vollständig bewohnbar. Er stärkte die wirtschaftlichen Grundlagen der Abtei, erneuerte die landwirtschaftlichen Betriebe und schuf eine blühende Gemeinschaft, die schließlich rund hundert Mitglieder zählte. Seine Tatkraft konnte nur durch seine angeschlagene Gesundheit und den spanischen Bürgerkrieg (1936–1939) gebremst werden. Gerade dieses Ereignis fügte der Gemeinschaft, wie vielen anderen in Spanien, schweren Schaden zu, da viele junge Mönche zum Militärdienst einberufen wurden. Viele von ihnen kehrten nicht zurück.
Die extreme Notlage der Mönche nach dem Bürgerkrieg zwang sie dazu, sich eine neue Lebensgrundlage zu suchen, da die Landwirtschaft nicht mehr genug einbrachte. Um sich etwas Luft zu verschaffen, errichteten sie eine kleine Schokoladenmanufaktur, in der sie selbst die Schokolade herstellten. So entstand die berühmte Schokoladenmarke »Chocolates Trapa«[4]
Dom Félix war der Abt, der den später heiliggesprochenen Bruder Rafael Arnáiz Barón aufnahm und ihm auf Anraten der Mönche, obwohl nur Oblate, die Zisterzienserkukulle gewährte, ein Privileg der professierten Chormönche. Er hatte mehrere Gründungsprojekte im Sinn, die jedoch erst nach seinem Tod realisiert werden konnten.[5]
Im Herbst 1939 erkrankte Dom Félix und wurde bettlägerig. Die besten medizinischen Spezialisten in Valladolid wurden vergeblich konsuliert. Er starb am 21. November 1939, dem Fest der Darstellung Marias im Tempel, zwei Tage nach seinem leiblichen Bruder Julián, dessen Tod man ihm nicht mitgeteilt hatte, noch waren die Glocken geläutet worden, um seinen Zustand nicht zu verschlimmern. Zu seinem Nachfolger wurde Buenaventura Ramos Caballero gewählt.
gge, Mai 2026
- ↑ Neben Dom Félis die Patres Román und Emiliano, und Br. Julián.
- ↑ An der Zeremonie nahmen neben dem zelebrierenden Prälaten der Bischof von León, der Weihbischof von Valladolid (Don Pedro Segura, später Kardinalerzbischof von Toledo und Sevilla) sowie die Äbte von Désert (André Malet), Bonnecombe (Émile Lorne) und Valvanera (OSB) teil. Kurz vor Beginn der Zeremonie gesellte sich unerwartet der Apostolische Nuntius in Spanien, Franceso Ragonesi, zu der Versammlung, was dem Anlass eine besondere Würde verlieh.
- ↑ Er begnügte sich damit, die Initiativen seiner Mönche zu billigen und sie mit seinem Rat zu ermutigen.
- ↑ Die Manufaktur wurde in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wieder veräußert, um angesichts der zunehmenden Komplexität des Betriebes das klösterliche Ideal besser leben zu können.
- ↑ Zwei in Spanien: San Pedro de Cardeña in Burgos (1942) und Santa María de Oseira in Orense (1966), und drei außerhalb Europas: Nuestra Señora de Bela Vista in Angola (1960), Virgen del Curutarán in Mexiko (1980) und Santa María del Paraíso in Ecuador (1997), das erste zisterziensische Männerkloster in diesem Land.
Daten:
Sac.: 18. Aug. 1901; Abbas: el. 13. Juni 1916, ben 26. Juli 1916; Dev.: Juva refove – Hilf [den Kleinmütigen], tröste [die Weinenden].Literatur:
García Gorriz, Pablo: El Monasterio de San Isidro de Dueñas, 1891–1941. Palencia: Afrodisio Aguado, 1941, S. 629ff. · Yánez Neira, Damián: Historia del Real Monasterio de San Isidro de Dueñas. Palencia: Imprenta Provincial, 1969, S. 684–685 · Romero Redondo, Agustín: Félix Alonso García, Real Academia de la Historia [1].Vorlage:Page.name: ALONSO GARCIA, Felix OCSO (1874–1916) – Biographia Cisterciensis