Nikolaus Bachmann
22. Abt des Zisterzienserstiftes Stams 1590–1601
† 2. März 1601 Stams, Tirol
Nikolaus Bachmann, aus Weißensee im Allgäu, legte vor 1567 die Profess in der Zisterzienserabtei Stams in Tirol ab und wurde am 7. April 1565 in Brixen zum Priester geweiht.[1] Er war seit 1569 Pfarrer in Mais, als er am 30. August 1590 zum Abt gewählt wurde. Sein Vorgänger Johannes Kölbel war am 17. August desselben Jahres gestorben. Das Kloster Stams war zu dieser Zeit so verarmt, dass der Wahlkommissar, Abt Dominikus Steichele von Kaisersheim[2], auf die Erstattung seiner Reisekosten nach Stams verzichtete.
Am 5. Mai 1593 brach durch die Unachtsamkeit eines Dienstboten eine Feuersbrunst aus, die den Turm der Pfarrkirche St. Johannes, einige umliegende Häuser und Ökonomiegebäude und das hölzerne Klostergebäude aus dem 13. Jahrhundert in Asche legte. Nur mit großer Mühe wurden die Stiftskirche und das neue Kloster vor der Einäscherung gerettet. Erzherzog Ferdinand gewährte dem Stift einen sechsjährigen Nachlass der Abgabe für die Erhaltung der Jäger und Hunde und gab zur Herstellung neuer Glocken acht Zentner Kupfer.
Abt Nikolaus ließ die Brandschäden beseitigen und leitete nach den Vorgaben der Fürstenfelder Statuten[3] Reformen zur Wiederherstellung bzw. Verbesserung der Ordensdisziplin ein, die noch immer unter den Nachwehen der religiösen Wirren des 16. Jahrhunderts litt. Er starb am 2 März 1601. Sein Nachfolger wurde Melchior Jäger.
gge, Juni 2026
- ↑ Greiter, Karl: Die Weihematrikel des Bistums Brixen 1514–1640, Diss. Innsbruck 1971, Nr. 116.
- ↑ Stams war ein Tochterkloster von Kaisheim.
- ↑ An dem im September 1595 in Fürstenfeld abgehaltenen Provinzkapitel hatte er jedoch trotz persönlicher (in Aldersbach verfasster) Einladung des Generalabts Edmond de La Croix nicht teilgenommen. Möglicherweise aus Kostengründen?
Daten:
Prof.: vor 1567; Sac.: 7. April 1565; Abbas: el. 30. Aug. 1590.Literatur:
Ein Huldigungsgedicht auf Abt Nikolaus Bachmann von Stams (1590–1601) mit Erwähnung des Stiftsbrandes von 1593. Enthalten in: In libris: Beiträge zur Buch- und Bibliotheksgeschichte Tirols von Walter Neuhauser. Schlern-Schriften 2010, S. 299–309 (auch in: Studia Stamsensia II (Innsbrucker historische Studien 16/17 = Einzelveröffentlichungen 3). Innsbruck 1995, S. 183–194) · Album Stamsense seu catalogus Religiosorum sacri et exempti Ordinis Cisterciensis archiducalis Monasterii B. V. Mariae et S. Joann. Babt. in Stams 1272. 1898. S. 30 (Nr. 373) · Stift Stams (Hrsg.): 700 Jahre Stift Stams. 1273–1973, o.O. 1973, S. 214 · Brunner, Sebastian: Ein Cistercienserbuch. Würzburg: Wörl, 1881, S. 436.Vorlage:Page.name: BACHMANN, Nikolaus OCist – Biographia Cisterciensis