Jakob Königswerth
Laienbruder des Stiftes Zwettl; Orgelbauer
fl. 16. Jhdt.
Jakob Kunigschwerd (Königswerth) aus Strahov (Prag) war in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts Laienbruder und Orgelbauer im Zisterzienserstift Zwettl.
1513 baute er in der Stiftskirche Zwettl – als Abschluss der umfassenden Kirchenmöblierung, die mit dem damals neuen Hochaltar[1] begonnen, mit dem Sakramentshäuschen[2] fortgesetzt und mit der Kanzel[3] ihren vorläufigen Schlusspunkt erfahren hatte – eine große Orgel, die bis 1728 genutzt wurde; 1544/45 erneuerte er die damals größte Orgel des Stephansdomes in Wien, wobei auch eine Vergrößerung des Rückpositivs erwähnt wird (Eberstaller).
Königswerths Tätigkeit im Stephansdom ist für den Zeitraum vom Juli 1544 bis zum Jänner 1545 belegt, auch für 1550 ist eine neuerliche Arbeit von ihm am Dom bezeugt (Zwettler Regesten, 1516–1552). Seine Leistungen wurden vom Wiener Magistrat sehr gelobt. Am 23. Juli 1545 übersandten Bürgermeister und Stadtrat außer einem Dankschreiben auch ein vässl mit eingesalzen hausen an den Abt von Zwettl mit dem Ersuchen, Seine Gnaden möge auch den Jacob zur Mahlzeit einladen; mit der Orgel sei man außerordentlich zufrieden, und der Herr Abt möge sie doch einmal selber anhören (Haselböck). 1545 sollte Königswerth für König Ferdinand eine Orgel in der Prager Schloßkirche bauen, doch lehnte er diesen ehrenvollen Auftrag ab, da er in Wien gebunden war.
Erhalten sind Briefe des Bürgermeisters und Rates der Stadt Wien an den Abt des Stiftes Zwettl, Erasmus Leisser, betreffend den Orgelbau in der Stephanskirche durch Fr. Jakob Königswerth, Laienbruder in Zwettl (veröffentlicht 1883 von Stephan Rössler.
Jakob Königswerth lebte noch unter Abt Jakob Gründwaldt im Oktober 1550. Sein Todesjahr ist unbekannt. Abt Bernard Link sagt in seinen Annalen über ihn: „Ist also Brueder Jakob ein guetter Künstler in Orglmachen vnd ein Ehr seines Profeßhauses vnd Klosters gewesen“.
gge, März 2026
Literatur:
Eberstaller, Oskar: Orgeln und Orgelbauer in Österreich. Böhlau 1955 · Haselböck, Hans: arocker Orgelschatz in Niederösterreich. Stratowa, 1972 · Saliger, Arthur: Aspekte zur historischen Frage der Standorte von Orgeln im Wiener Stephansdom, in: Festschrift zur Weihe der Haydn-Orgel. Wien, 2009 · Rössler, Stephan: Der Orgelbauer und Laienbruder Jacob vom Stifte Zwettl und die grosse Orgel in der St. Stephanskirche in Wien, in: Blätter des Vereins für Landeskunde von Niederösterreich, 1884, S. 178–182.Vorlage:Page.name: KÖNIGSWERTH, Jakob OCist – Biographia Cisterciensis
