Arnaud Nouvel
Novel, Nouveau, Novelli
Abt der Zisterzienserabtei Fontfroid 1297–1310; apostolischer Vizekanzler; Kardinal
† 14. Aug. 1317 Avignon
Arnaud Nouvel oder Novelli, wurde (wahrscheinlich Mitte des 13. Jahrhunderts) in Saverdun in der Grafschaft Foix in Südfrankreich geboren. Über seine Familie ist kaum etwas bekannt. 1281 unterzeichnete ein Stephanus Novelli, öffentlicher Notar in Foix, einen Vertrag zwischen dem Grafen von Foix und dem Syndikus des Klosters Boulbonne (Grablege der Grafen von Foix), jedoch ist über die naheliegende verwandtschaftliche Beziehung zu Arnauld nichts bekannt. In den päpstlichen Registern sind die Namen einiger Neffen überliefert, darunter vor allem Jacques Fournier, der spätere Papst Benedikt XII., dessen Werdegang Novelli förderte. Es gibt keinen Beleg dafür, dass Novelli aus einer wohlhabenden Familie stammte, wie man annahm, da er in seiner Heimatstadt (mit Unterstützung der Grafen von Foix) das Hôpital Saint-Jacques gründen konnte.
Er war utriusque juris professor an der Universität Toulouse und Offizial dieser Stadt, bevor er in der zweiten Hälfte der 90er-Jahre des 13. Jahrhunderts (vor 1297) in die Zisterzienserabtei Boulbonne (Bolbona) eintrat. Schon vorher hatte er dort eine Kapelle gestiftet, für die er 1309 einen Ablass erwirkte. Erstmals im November 1297 wird er als Abt der Zisterzienserabtei Fontfroide in der damaligen Diözese Narbonne genannt. Sein Neffe Jacques Fournier wurde dort nach ihm Abt.
Wir kennen die genauen Daten dieser ersten Karriere Arnauds nicht, aber im Januar 1286 hatte er das Offizialat von Toulouse bereits seit einiger Zeit verlassen. Es sind mehrere Urkunden aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts erhalten, die ihn weiterhin als Zeugen von Schenkungen oder Schiedsverfahren, als Schiedsrichter und Rechtsgelehrten zeigen, vor allem in seiner Heimatregion und in enger Verbindung mit dem Haus Foix, auch noch nachdem er in Boulbonne die Mönchsprofess abgelegt hatte, 1290/96. Es ist anzunehmen, dass er bereits seit einiger Zeit Mönch war, als er vor dem 7. November 1297 Abt von Fontfroide wurde, einer der bedeutendsten Zisterzienserabteien der Region.
Papst Clemens V., ein Gascogner, der es vorzog, sich mit Landsleuten zu umgeben, zog ihn an die Kurie (seit 1309 in Avignon). Am 13. Januar 1308 wird Nouvel erstmals als Vizekanzler der Römischen Kirche erwähnt; am 18. Dezember 1310 erhob ihn Clemens V. zum Kardinalpriester von Santa Prisca.
Er starb am 14. August 1317 in Avignon und wurde in der Kirche von Fontfroide beigesetzt.
gge, Mai 2025
Literatur:
Mollat, Guillaume: Arnaud Novelli, in: Dictionnaire d’histoire et de géographie ecclésiastiques (DHGE) Bd. 4 (1930), Sp. 432–434 · Felten, Franz J.: Arnaud Nouvel, doctor legum, moine de Boulbonne, abbé de Fontfroide et cardinal († 1317), in: Les Cisterciens de Languedoc (XIIIe–XIVe siècle). Toulouse 1986 (= Cahiers de Fanjeaux. Collection d'histoire religieuse du Languedoc au XIIIe et au début du XIVe siècle 21), S. 205–231 · Becdelièvre, Véronique de: L’abbaye de Fontfroide et son abbé devenu vice-chancelier de l’Église romaine, Arnaud Nouvel (1296–1317), in: Revue d’histoire de l’Église de France, vol. 107, no 258, 2001, p. 5–34.Vorlage:Page.name: NOUVEL, Arnauld OCist – Biographia Cisterciensis
