Ramos Caballero, Buenaventura

Buenaventura Ramos Caballero, 1940

Buenaventura Ramos Caballero OCSO

3. Abt der Zisterzienserabtei San Isidro 1940–1971

* 31. Okt. 1903 Villamuñío, León
06. Juni 1971 Madrid

Buenaventura Ramos Caballero, Taufname Quintín, lebte seit seiner Kindheit im Kloster San Isidro. Geboren in Villamuñío in León in einem zutiefst christlichen Elternhaus – drei seiner Geschwister wurden Religiosen –, war er 1916, im Alter von dreizehn Jahren, in die Apostolische Schule von San Isidro eingetreten und hatte dort seine gesamte religiöse und akademische Ausbildung erhalten. Später, als Priester und Mönch, bekleidete er dort wichtige Ämter: Sakristan, Organist, Kantor, Gastmeister usw. Drei Monate nach dem Tod seines Vorgängers Félix Alonso Garcia wurde er im Februar 1940 von der Mehrheit der 27 wahlberechtigten Kapitularen zum Abt gewählt – auf unbestimmte Zeit, wie damals üblich (abbas perpetuus).

Den Vorsitz bei der Wahl hatte Dom Joseph-Marie Vilanove geführt, Abt der Mutterabtei Sainte-Marie-du-Désert in Frankreich. Am 3. März 1940 wurde Dom Buenaventura kanonisch in sein Amt eingeführt und am 7. April von Erzbischof Dr. Manuel de Castro von Burgos benediziert – in Anwesenheit der Erzbischöfe von Valladolid und Valencia, der Bischöfe von Calahorra, Vitoria und Osma sowie der Äbte von Désert, Viaceli (Jesús Alvarez), Neiges (Jean-Marie Balmes) und Santo Domingo de Silos (OSB). Unter den zivilen Würdenträgern ragten besonders die Generäle López Pinto und Solchaga hervor.

Seine Amtszeit als Abt erstreckte sich über dreißig Jahre und hinterließ tiefe Spuren. Sein Vorgänger Dom Félix hatte den gesamten Gebäudekompley baulich umgestaltet. Da jedoch verlässliche Einnahmequellen fehlten, um die fast einhundert Mönche umfassende Gemeinschaft zu versorgen, bestand die erste Initiative des neuen Abtes darin, einen landwirtschaftlichen Musterbetrieb einzurichten, der drei eigenständige Bereiche umfasste: eine Molkerei, einen Geflügelhof und eine Schafzucht. Da die Schokoladenfabrik Trapa – ebenso wie die Molkerei – einen Teil der Klostergebäude beanspruchte, entschied er, beide Betriebe an externe Standorte auszulagern; hierdurch gewann das Kloster erheblich an Abgeschiedenheit. Jahre später wurde – getragen von demselben Wunsch nach Abgrenzung von der weltlichen Sphäre – die Schokoladenfabrik veräußert. Darüber hinaus begann er, in dem Bestreben, das Bildungsniveau der jüngeren Mönche anzuheben, die Begabtesten unter ihnen zum Studium nach Rom zu schicken.

1941 wurde das 50-jährige Bestehen der Gründung (1891) feierlich begangen, jedoch, da das genaue Datum der Ankunft der Mönche aus Désert in die Fastenzeit fiel, erst im September. Am Fest des heiligen Josef (19. März) begnügte man sich damit, eine feierliche Messe zu Ehren der Allerheiligsten Jungfrau zu singen und am folgenden Tag ein Pontifikalrequiem für die verstorbenen Mönche.

Am 1. Mai 1942, fast genau zwei Jahre nach seinem Amtsantritt, ​​rief Dom Buonaventura die erste Filialgründung von San Isidro ins Leben, indem er eine Gruppe von zwanzig Mönchen entsandte, um im historischen Kloster San Pedro de Cardeña den Grundstein für eine neue Niederlassung zu legen. Im August 1954 wurde Dom Bartolomé Pérez Luzardo, ein Mönch aus San Isidro, dort Abt. 1968 schickte Dom Buonaventura Pater Honorio Arce Mata als Apostolischen Administrator in das Kloster Oseira (1929 von Mönchen aus Nôtre-Dame-des Neiges wiederbelebt). Jahre später wurde Oseira von einer Gruppe von Mönchen aus San Isidro übernommen, die gemeinsam mit den verbliebenen Mitgliedern der ursprünglichen Gemeinschaft die Restaurierung des Klosters in Angriff nahmen.

Im Mai 1949 versammelten sich alle spanischen Oberen des Ordens in San Isidro, um sich auf die Punkte zu verständigen, die auf dem bevorstehenden Generalkapitel zur Sprache gebracht werden sollten – ein Ereignis von außerordentlicher Bedeutung innerhalb des Ordens, da die Kapitel wegen des Zweiten Weltkrieges mehrere Jahre lang ausgesetzt gewesen waren.

Zwar war das gesamte Kloster der Gottesmutter Maria geweiht, doch fehlte ihm ein äußeres Denkmal, das die marianische Frömmigkeit der Gemeinschaft symbolisierte. Es wurde daher eines im zentralen Innenhof des Klosters errichtet und der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel geweiht und diente – sozusagen – als Vorbereitung auf die dogmatische Definition dieses Geheimnisses, die nur wenige Monate später, am 1. November 1950, durch Papst Pius XII. erfolgte.

Im Juli 1951 feierte der Abt sein silbernes Priesterjubiläum. Zu diesem Anlass versammelten sich alle Mönche, die sich zu diesem Zeitpunkt nicht im Kloster aufhielten, und dem Abt wurde als besondere Gnade des Vatikans das Privileg gewährt, allen Anwesenden den päpstlichen Segen zu spenden.

1958 entsandte Dom Buenaventura eine kleine Gruppe von Mönchen, um in Belavista (Angola) eine Neugründung vorzunehmen, die mehrere Jahre florierte (1971 Priorat), in den Wirren des angolanischen Bürgerkriegs in den siebziger Jahren jedoch verwüstet wurde (einer der Mönche wurde getötet). Die überlebenden Mönche zogen sich in eine örtliche Missionsstation zurück, wo sie mehrere Jahre verharrten, bis sie gezwungen waren, nach Huambo, dann nach Benguela umzusiedeln.

Dom Buenaventuras enge Freundschaft zu dem 1938 in San Isidro verstorbenen Oblaten Rafael Arnáiz Barón war zweifellos ausschlaggebend für die Einleitung des Selig- und Heiligsprechungsverfahrens für Arnáiz Barón 1960, das 1992 mit dessen Seligsprechung durch Papst Johannes Paul II. und 2009 mit seiner Heiligsprechung durch Papst Benedikt XVI. seinen Abschluss fand.

gge, Mai 2026


Daten:

Sac.: 1926; Abbas: el. Feb. 1940, inst. 3. März 1940, ben. 7. April 1940; Dev.: Respice stellam, voca Mariam.

Werke:

El Císter y María, in: Cistercium 1 (1949), S. 12–14 · La Salve”, in: Cistercium 2 (1950), S. 119–123 · San Bernardo ante la cuna de Belén, in: Cistercium 5 (1953), S. 3–6 · Valladolid, histórica sede Cisterciense desde los tiempos de San Bernardo, in: Reinaré en España (1953), S. 183–184 · ¡María! ¡Rafael!, in: Cistercium 6 (1958), S. 61–63.

Literatur:

Anónimo: Crónica de la celebración monástica en honor de dom Buenaventura Ramos en sus Bodas de Plata, in: Cistercium 8 (1965), S. 212–240 · E. Bartolomé: Dom Buenaventura y la vida espiritual de su comunidad, in: Cistercium 8 (1965), S. 170-177 · A. Feliz: Datos biográficos de Dom Buenaventura Ramos, abad de San Isidro de Dueñas, in: Cistercium 8 (1965), S. 196–207 · Gillet, Ignace: Carta del Abad General a Dom Buenaventura Ramos, Abad de San Isidro, in: Cistercium 8 (1965), S. 208–211 · Yañez Neira, Damiàn: Historia de San Isidro de Dueñas, Palencia, Tello Téllez de Meneses, 1969, S. 649ff. · F. J. D.: Dom Buenaventura Ramos Caballero marchó a la Casa del Padre, in: Nova et Vetera (1977), S. 315 · Yáñez Neira, Damián: Dom Buenaventura Ramos Caballero, in Nova et Vetera, (1998), S. 303–325 · Yañez Neira, Damiàn: Quintín Ramos Caballero, Real Academia de la Historia [1].

Zitierempfehlung: Ramos Caballero, Buenaventura, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 29.05.2026, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Ramos_Caballero,_Buenaventura

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