Roder, Adalbert

Adalbert Roder

Adalbert Roder OCist

Zisterzienser der Abtei Wettingen-Mehrerau; Pfarrer, Prior, Direktor, Regens

* 13. Jan. 1911 Bregenz
† 13. März 1986 ebd.

Adalbert Roder, Taufname Albert Josef, wurde 1911 in Bregenz als Sohn des Dentisten Albert Roder und dessen Frau Angela geb. Greußing geboren. Er hatte zwei Schwestern und zwei Brüder.

Er besuchte das Collegium Bernardi der Zisterzienserabtei Mehrerau und wurde 1925 Oblate. Am 25. August 1928 als Novize eingekleidet, studierte an der Hauslehranstalt Mehrerau und wurde am 29. Juni 1934 in der Klosterkirche gemeinsam mit P. Kolumban Spahr und P. Friedrich Schödlbauer von Missionsbischof Joachim Ammann OSB [1] von Ndanda zum Priester geweiht. Am 1. Juli feierte er seine erste heilige Messe, bei der Generalabt Franciscus Janssens vom Faldistorium aus assistierte.

Schon während der letzten zwei Theologiesemester Präfekt im Internat, studierte er ab Herbst 1935 in Innsbruck zunächst Mathematik und Naturwissenschaften, dann Altphilologie (Latein und Griechisch). Nach der Promotion zum Dr. phil. und mehreren Kaplanstellen (Ötz, Hötting, Tumpen) wurde er im Frühjahr 1940 zum Pfarrvikar des neugegründeten Pfarrvikariates Bregenz-Mehrerau bestellt. Diese Pfarrei behielt er auch während der Kriegsjahre und der Aufhebung der Abtei, gegen Kriegsende noch zum Reservelazarettpfarrer für die in den Kollegiumsgebäuden untergebrachten ca. 300 Verwundeten ernannt.

Im Herbst 1950 von Abt Heinrich Groner zum Prior ernannt, hatte er großen Anteil an der Neuanschaffung der Turmglocken 1959, die auf seine Anregung zurückging, und der Renovierung der Abteikirche 1961, bei der er sich mit dem Architekten Hans Purin die Bauleitung teilte. Nachdem er im Februar 1947 seine Lehramtsprüfung für Mittelschulen abgelegt und seinen Probedienst am Bundesgymnasium Bregenz absolviert hatte, wurde er als Lehrer am Abteigymnasium eingesetzt, dessen Leitung er – zusätzlich zum Priorat – im Schuljahr 1963/64 in der Nachfolge von P. Bruno Grießer übernahm. Daneben hatte er die ganzen Jahre auch die Leitung des Chorgesangs und bemühte sich um die Kirchenmusikpraxis in Vorarlberg. Anfang März 1966 übernahm Roder, vom Priorat entpflichtet, von dem erkrankten P. Hubert Schattinger das Amt des Regens des Kollegiums, das er 15 Jahre lenkte. In dieser Zeit führte er mehrere Neuerungen ein und leitete umfangreiche Um- und Ausbauten an den Gebäuden, besonders nachdem durch die Auflassung der Volksschule und der Landwirtschaftsschule Räume frei geworden waren. Im Frühjahr 1972 erhielt er vom Bundespräsidenten den Titel eines Hofrats.

Neben all diesen Funktionen war Roder in der Volksmission tätig und als Spiritual in Mariastern-Gwiggen. Als Autor verfasste er mehrere Beiträge zur kirchenmusikalischen Zeitschrift Singende Gemeinde und begründete 1954 – beginnend mit de Festschrift 100 Jahre Zisterzienser in Mehrerau 1854–1954 – die Zeitschrift Mehrerauer Grüße neu, deren Schriftleitung er durch 61 Hefte innehatte.

Er starb am 13. März 1986 im Städtischen Krankenhaus Bregenz und wurde auf dem Klosterfriedhof bestattet.

gge, Juni 2026


Daten:

Vest.: 25. Aug. 1928; Prof.: ; Sac.: 29. Juni 1934; Prim.: 1. Juli 1934.

Werke:

Orbis Cisterciensis, Mehrerauer Grüße NF 10 (1959), S. 16) · Philoktet, Mehrerauer Grüße NF 13, S. 122 · Griechische Reise, Mehrerauer Grüße NF 22, S. 1–14 · König Ödipus, Mehrerauer Grüße NF 25, S. 16–25.

Literatur:

Nachruf in: Mehrerauer Grüße, Neue Folge 62, Herbst 1986, S. 2–13 (P. Kolumban Spahr).

Normdaten:

GND: 1066899770 · Prometheus LMU

Zitierempfehlung: Roder, Adalbert, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 12.06.2026, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Roder,_Adalbert

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