Rosenbauer, Theobald

Theobald Rosenbauer

Theobald Rosenbauer OCist

Zisterzienser der Abtei Marienstatt; Internatsleiter, Pfarrer, Gymnasiallehrer, Spiritual

* 02. Feb. 1934 Wallmenroth/Sieg
† 9./10. Feb. 2026 Hachenburg

Theobald Rosenbauer, Taufname Eugen, wurde am 2. Februar 1934 als ältestes Kind von sieben Kindern in Wallmenroth bei Betzdorf geboren.

Von 1947 an besuchte er die Oblatenschule der Zisterzienserabtei Marienstatt. Da er nicht Priester werden wollte, blieb ihm die Aufnahme in das Internat verwehrt; er konnte aber als Externer die Schule besuchen und bewohnte ein Zimmer über einer Metzgerei in Müschenbach. Erst unter dem neuen Regens P. Stephan Reuter wurde er 1948 in das Internat aufgenommen.

Nach der Mittleren Reife im Frühjahr 1953 wechselte er an das Gymnasium der Mutterabtei Mehrerau in Vorarlberg, ließ sich jedoch nach einigen Wochen dort beurlauben, um am 19. August 1953 als Novize in das Kloster Marienstatt einzutreten. Seine zeitliche Profess legte er am 20. August 1954 unter Abt Idesbald Eicheler ab. 1955 kehrte er nach Mehrerau zurück und legte 1957 die Matura ab. Ihr folgte die feierliche Profess in Marienstatt, wo er auch die weiteren theologischen Studien absolvierte.

Am 29. Juni 1960 (Peter und Paul) wurde er in der Abteikirche in Marienstatt durch den Limburger Bischof Kempf zum Priester geweiht, zusammen mit seinen Mitbrüdern Thomas Denter (später Abt), Gabriel Hammer sowie Pius Kohlhaas aus Luckenbach (Mönch der Tochterabtei Himmerod. Von 1961 bis 1972 war er Präfekt des Internats und danach bis 1980 dessen Regens. In den 1960er Jahren gab es bis zu 170 Internatsschüler.

Im Sportverein DJK Marienstatt übernahm er die Fußballabteilung, zunächst als Trainer, später auch als Schiedsrichter. Überörtlich war er Jahrzehnte hindurch als Vorstandmitglied im Sportkreis Westerwald/Sieg tätig, wo er u.a. erreichte, dass am Sonntag keine Spiele vor 11.00 Uhr begannen. Er war leidenschaftlicher Fotograf und Sammler alter Fotoapparate und unterhielt im Keller des Internats ein Fotolabor. Daraus entstand die Foto-AG des Gymnasiums. Als Lehrer unterrichtete er ab 1961 überwiegend Religion und Sport, aber auch Latein, und übernahm auch Klassenleitungen. Insgesamt 39 Jahre lang war er mit unterschiedlichen Stundenzahlen tätig. Seit Beginn der 1970er Jahre bot er während seines eigenen Urlaubs Jugendfreizeiten an.

1980, das Internat lief langsam aus, ernannte ihn Abt Thomas Denter zum Pfarrer von Marienstatt. Er war nach der Wiederbesiedlung 1888 der erste „Nichtabt“ als Pfarrer.[1] In seine Amtszeit fallen u.a. die Sanierung des Pfarrheims einschließlich der Parkflächen und des Pfarrsaals, die Restaurierung der Abteikirche und die Neugestaltung der Altarinsel, die Errichtung des Kreuzweges auf dem Pfarrfriedhof und die Gründung der sog. 5. Kolonne, der Trupp von Senioren, die sich um die Außenanlagen in Marienstatt, den Auf- und Abbau der Weihnachtskrippe und vieles mehr kümmern. Viele Jahre war er als Krankenhausseelsorger am Krankenhaus in Hachenburg tätig.

Zum Jahresende 2009 als Pfarrer entpflichtet, wurde er im April 2010 als Nachfolger seines Mitbruders P. Gabriel Hammer Spiritual in der Zisterzienserinnenabtei Oberschönenfeld bei Augsburg tätig, wo er auch Gottesdienstaushilfen übernahm. Am 20. August 2024 feierte er mit Bischof Georg Bätzing aus Limburg im Rahmen eines Pontifikalamtes in seinem Professkloster die Eiserne Profess.

Aus gesundheitlichen Gründen musste er das Amt als Spiritual aufgeben und Ende Oktober 2025 nach Hachenburg zurückkehren. Wegen seines Pflegebedarfs lebte er seither im Haus Helena in Hachenburg, wo er in der Nacht zum 10. Februar 2026 plötzlich und unerwartet starb; man fand ihn morgens tot im Bett. Er wurde am 20. Februar 2026 auf dem Klosterfriedhof in Marienstatt bestattet.

gge, Feb. 2026

  1. Die Pfarrerstelle hatte sonst immer der Abt inne, der einen Pfarrassistenten berief, um die Aufgaben eines Pfarrers zu übernehmen.

Daten:

Vest.: 19. Aug. 1953; Prof.: 20. Aug. 1954, 1957; Sac.: 29. Juni 1960.

Literatur:

100 Jahre Wiederbesiedlung Marienstatt. (= Marienstatter Aufsätze VI). Marienstatt, Buch- und Kunstverlag, 1988, S. 163 · Nachruf der Abtei Marienstatt.

Zitierempfehlung: Rosenbauer, Theobald, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 24.02.2026, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Rosenbauer,_Theobald

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