Weiss, Maria Katharina

Maria Katharina Weiss

Maria Katharina Weiss

Äbtissin der Zisterzienserinnenabtei Tänikon 1773–1796

* 21. Okt. 1733 Zug
03. Dez. 1796

Maria Katharina Weiss stammte aus dem Zuger Adelsgeschlecht der Weiss. Ihr Vater war der Ratsherr Karl Franz Josef Weiss, 1731 Stadtrat von Zug, 1733 Stabführer und Statthalter von Stadt und Amt Zug und 1753 auch Landvogt von Hüningen. Franz Weiss, 1762 Obervogt in Walchwil, dürfte ihr Bruder gewesen sein.

Sie selbst wurde am 21. Oktober 1733 in Zug geboren. Im Alter von ungefähr 16 Jahren kam sie ins Zisterzienserinnenkloster Tänikon, wo sie am 3. Oktober 1751 die Profess ablegte. Über ihre Betätigung im Kloster sagen die Akten nichts. Sie scheint bis 1762 kein Klosteramt verwaltet zu haben; aus verschiedenen Umständen lässt sich dagegen vermuten, dass sie später die Stelle einer Archivarin bekleidete, wie ihre Landsmännin Elisabeth Dietrich, mit der sie überhaupt viel gemeinsam hatte. Am Tage der Resignation der Äbtissin Barbara Rütti, dem 14. März 1773, wählte der Konvent unter der Leitung des Abtes Sebastian Steinegger von Wettingen und seines Sekretärs die Chorfrau Maria Katharina zur neuen Äbtissin.

Gleich zu Beginn ihrer Regierung ließ sie von dem Ammann Ignaz Florian Ramsperger ein Marchenbuch (Verzeichnis der Flurgrenzen) anlegen, das eine Anzahl Marchungen (Flurgrenzen) aus dem Jahr 1773 enthält, während alle übrigen später eingetragen wurden (bis 1836). Der Verfasser des Vorworts nennt die Äbtissin, »die aus dem hochadeligen, lorbeerreichen Haus Weiss entsprossen«, und der er eine »ewig glückliche Regierung« wünscht, eine kluge, bescheidene und demütige Frau. Ein Jahr später wurde das »Handlehenbuch« über die Käserengüter in Aadorf begonnen, und um 1790 eine Bereinigung der Handlehenreben des Klosters und der »Handlehen« zu Guntershausen (Folioband im Staatsarchiv Thurgau), womit sie den Grund legte zu einer nach jener Seite hin wertvollen amtlichen Aufzeichnung. Zu bedauern ist, dass Katharina, welche entschieden das Zeug dazu gehabt hätte, sich nicht dazu herbeiliess, die Klosterchronik bis auf ihre Zeit fortzuführen, was für die Geschichte des Klosters von noch grösserem Wert gewesen wäre. "

Wie Katharina die weitläufigen, viele Jahre in Anspruch nehmenden und später sich wiederholenden Untermarchungen, das Setzen von fehlenden oder streitigen Marchen u.s.w. anordnete, so sorgte sie auch für die Bereinigung anderer, zum Teil streitiger oder unklar gewordener Besitzrechte und An-

gge, Dez. 2024


Daten:

Prof.: 3. Okt. 1751; Abbatissa: el. 14. März 1773.

Literatur:

Wyss, Fritz: Geschichte der Familie Wyss und Weiss im Kanton Zug, Zug 1935 · Meyer-Marthaler, Elisabeth: Tänikon, Zisterzienserinnen, in: Helvetia Sacra III/3, Zweiter Teil. Bern: Francke, 1982, S. 917–950 · Rahn, Johann Rudolf; Nater, Johann: Das ehemalige Frauenkloster Tänikon im Thurgau. Buchdruckerei Berichthaus, 1906, S. 233 ff. · Zehnder, Herbert: Tänikon. Gerichtsstätte – Zisterzienser Frauenkloster – Gerichtsherrschaft – Kirchgemeinde – Forschungsanstalt, Tänikon 1992.

Zitierempfehlung: Weiss, Maria Katharina, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 23.12.2024, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Weiss,_Maria_Katharina

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