Detterle, Bruno

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Bruno Detterle OCist

Bruno Detterle OCist

63. Abt von Wilhering 1801–1832

* 28. Jan. 1759 Aspach, Innkreis
† 13. Juni 1832 Wilhering

Bruno (Anton) Detterle war das vierte Kind des Aspacher Schulmeisters Anton Detterle aus dessen erster Ehe mit der Schulmeisterstochter Maria Schäll. Sein ältester Bruder Michael (→Detterle, Ausanius) war von 1801 bis 1803 Abt des Zisterzienserklosters Raitenhaslach.

Bruno Detterle besuchte, wie auch sein Bruder, das Akademische Gymnasium der Benediktineruniversität Salzburg und trat 1780 in das Zisterzienserstift Wilhering ein. Nach dem Theologiestudium in Wien und der Priesterweihe war er zunächst Regens Chori und wurde 1794 Kooperator in Weißenbach. 1799 übernahm er die Stiftspfarrei, nachdem er bereits im Vorjahr als Prior und Novizenmeister in das Stift zurückgekehrt war. Am 15. September 1801 wurde er zum Abt gewählt und am folgenden Tag benediziert.

In das erste Drittel von Abt Brunos Regierungszeit fielen die napoleonischen Kriege. Mehrfach wurde dabei das Kloster von durchziehenden Truppen heimgesucht. In Pillweins Geschichte, Geographie und Statistik des Erzherzogthums Österreich (Linz 1830) heißt es dazu:

»Unter sein Priorat und unter seine Verwaltung fielen die drey neuen feindlichen Einfälle, wo der Soldaten Muthwille alle gefüllten Weinfässer im Klosterkeller zerschlug, an Einigen durch Ersäufen im Weine, an Anderen später in Russland durch Erstarren im Winter bestraft.«[1]

Infolge der Kriegseinwirkungen und Missernten geriet das Stift in eine schwierige wirtschaftliche Situation, die durch Streitigkeiten mit den Wilheringer Klosteruntertanen über die Abgabenlasten noch verschärft wurde. Abt Bruno konnte daher als Bauherr nur wenig in Erscheinung treten – nur das 1809 von den Franzosen niedergebrannte Jägerhaus am Kürnberg ließ er wiedererrichten – und scheint auch sonst ein sehr konservatives Regiment geführt zu haben. Sein Nachfolger Johann Baptist Schober charakterisiert ihn mit den Worten: »Der verstorbene Abt war kein Freund des Bauens, noch mehr von Neuerungen.«

Nachdem in den letzten Jahren seiner Amtszeit die Wirtschaftsführung des Stiftes sehr heruntergekommen war, übertrug sie Abt Bruno auf Drängen des Konvents im Mai 1832 auf jüngere Konventsmitglieder. Wenige Wochen darauf starb er, am 13. Juni 1832. Er wurde auf dem Stiftsfriedhof beigesetzt.

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  1. Benedikt Pillwein: Geschichte, Geographie und Statistik des Erzherzogthums Österreich ob der Enns und des Herzogthums Salzburg. Bd 3 (Der Hausruckkreis) S. 447 – Linz : Quandt, 1830

Genealogie:

V.: Anton Detterle, Schulmeister († 19. Dez. 1801); M.: Maria Schäll (1781); G.: acht Geschwister, darunter Michael (Abt Ausanius), und zwei Halbgeschwister aus der zweiten Ehe des Vaters mit Maria Anna Mühler.

Daten:

Stiftsmitglied 1780; Vest.: 13. Jan. 1782; Prof.: 2. Feb. 1783; Sac.: 15. März 1789 (Linz, Bf. Gall); 1794 Chorregens, 1798–1801 Prior und Stiftspfarrer von Wilhering, 31. März 1801 Administrator; Abt: el. 15. Sep. 1801, ben. 16. Sep. 1801.

Bibliographie:

Seidl, Alois: Ausanius und Bruno Detterle, Äbte von Raitenhaslach und Wilhering. In: CistC 117.1 (2010) 95–108

Zitierempfehlung: Detterle, Bruno, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 10.11.2012, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Detterle,_Bruno