Knüsel, Josepha

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Josepha Knüsel

Josepha Knüsel OCist

Äbtissin des Klosters Frauenthal 1943–1967

* 25. März 1903 Ibikon, Gem. Risch, Kt. Zug
† 28. Juli 1967 Zug

Josepha Knüsel wurdem am 25. März 1903 als Tochter des Landwirts Jakob Knüsel und der Maria Elmiger im Weiler Ibikon (Gem. Risch ZG) geboren. 1923 legte sie im Kloster Frauenthal die Profess ab. Vor ihr waren schon drei andere Familienmitglieder Ordensfrauen in Frauenthal geworden. Ihr Onkel Eduard Knüsel (1873–1935) war von 1900 bis 1930 Verwalter im Kloster Frauenthal, ihm folgte von 1930 bis 1942 sein Sohn Josef. Ein zweiter Onkel, P. Cornelius Knüsel OCist[1], war Mönch im Kloster Wettingen-Mehrerau, dessen Bruder Raphael Knüsel OSB im Benediktinerkloster Muri-Gries.

Maria Josepha Knüsel wurde am 17. August 1943 zur Äbtissin gewählt, durch den Vaterabt Kassian Haid von Wettingen-Mehrerau bestätigt und am 14. September 1943 benediziert.

Der Beginn der Amtszeit der neuen Äbtissin fiel in die Endphase des Zweiten Weltkrieges. Zusammen mit den anderen zur Mehrerauer Kongregation gehörenden Schweizer Frauenklöstern bot sie den Mönchen der von der nationalsozialistischen Regierung Österreichs unterdrückten Abtei Mehrerau Zuflucht. Nach Kriegsende konnte Äbtissin M. Josepha Knüsel einige Reformprojekte zu verwirklichen. 1953 eröffnete sie in Frauenthal eine Bäuerinnenschule (geschlossen 1970) und gründete persönlich 1957 in den USA, in der Nähe von Prairie du Sac (Wisconsin) eine Zweigniederlassung (St. Ida’s Convent, New Frauenthal). Eine der sechs Gründungsschwestern war ihre Verwandte Ida Knüsel (Profess 1925), die in St. Ida’s als Subpriorin eingesetzt wurde. Während ihrer Amtszeit entstand 1966 auch die von dem Zuger Historiker Eugen Gruber verfasste Geschichte von Frauenthal.

Josepha Knüsel starb am 28. Juli 1967, im Alter von 64 Jahren, im Bürgerspital Zug.

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  1. Cornelius Knüsel gehörte 1928 zum Gründungskonvent des ersten Zisterzienserklosters der allgemeinen Observanz in den USA, Spring Bank in Oconomowoc, Wisconsin. Dort starb er am 27. August 1929 im Alter von 54 Jahren.

Daten:

Prof.: 18. April 1923; Abbatissa: el. 17. Aug. 1943, ben. 14. Sep. 1943.

Literatur:

Gruber, Eugen: Geschichte von Frauenthal. Zug: Kalt-Zehnder, 1966, S. 197 · HS III/3 S. 726–727 · Raschle, Christian; Knüsel, Eduard: Das Kloster Frauenthal und die Familie Knüsel, in: Knüsel-Zeitung, Oktober 2009, S. 16–17 [1].

Zitierempfehlung: Knüsel, Josepha, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 20.3.2014, URL: http://www.biocist.org/wiki/Kn%C3%BCsel,_Josepha