Peeters, Jozef

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Jozef Peeters

Jozef Peeters OCSO

Abt der Trappistenmission in Bamania, Belgisch-Kongo 1894–1899

* 01. Feb. 1851 Broechem, Prov. Antwerpen, Belgien
01. Feb. 1899 Bamania, Belgisch-Kongo

Jozef Peeters, Taufname Nikolaus August, besuchte das kleine und das Große Seminar in Mechelen und wurde nach der Priesterweihe 1877 Kaplan in Steenhuffel in Brabant. Im November 1880 trat er in die Zisterzienserabtei strengerer Observanz in Westmalle ein und wurde dort Novizenmeister.

Als die Abtei 1893 auf Wunsch König Leopolds II. und Papst Leos XIII. die Gründung einer Mission in der belgischen Kolonie im Kongo (Afrika) übernahm, wurde Peeters auf Vorschlag seines Abtes Benedictus Wuyts von Generalabt Sébastien Wyart mit der Leitung beauftragt und am 3. April 1894 von Erzbischof Kardinal Goossens in Westmalle zum Abt geweiht. Am 6. April schiffte er sich in Begleitung eines Chormönchs und dreier Konversen (zwei davon aus Westmalle, zwei aus Achel) in Antwerpen ein.

Anfang Mai im Kongo angekommen, ließen sie sich zunächst in Ndembo, Niederkongo, dann in Bamania bei Coquilhatville, Provinz Équateur, nieder (Mai 1895) und begannen mit der Rodung des Geländes und dem Aufbau einer Niederlassung (Onze Lieve Vrouw van St-Jozef in Kongo, offizielles Gründungsdatum 6. Juni 1895). In den folgenden Jahren richteten die bald noch durch weitere Missionare auf zwölf Konventsmitglieder verstärkten Trappisten hier eine Schule, eine Krankenstation und mehrere Außenstellen ein, wenn auch nicht alles zu Peeters Lebzeiten. Bald trat auch die Landwirtschaft zugunsten der Missionierung und Evangelisierung in den Hintergrund.

Abt Peeters reiste 1898 zum Generalkapitel nach Rom. König Leopold II. von Belgien verlieh im mit Datum 5. Februar 1898 das Ritterkreuz des belgischen Löwenordens. Auf dem Generalkapitel holte er sich Rat von dem ebenfalls anwesenden Abt Amandus Schölzig, dem Nachfolger Franz Pfanners, der sich als Abt eines Missionsklosters in Südafrika (Mariannhill) in ähnlicher Lage befand. Er gab Abt Peeters vier Mariannhiller Missionsschwestern als Lehrerinnen für die weiblichen Kongolesen mit nach Bamania.

Abt Peeters starb schon bald nach seiner Rückkehr, am 1. Februar 1899, nach fünfjähriger Tätigkeit, am Fieber. Die Missionsabtei Bamania wurde 1925 vom Generalkapitel aufgehoben und den Herz-Jesu-Missionaren von Issoudon übergeben.

gge


Literatur:

Van Damme, Jan B.: Geschiedenis van de Trappistenabdij te Westmalle (1794–1956). Westmalle, 1977, S. 248–274 · Biographie Coloniale Belge, Bd. 3, 1952, Sp. 672–673 · Missionaires Trappistes, in: Janssens, Édouard; Cateaux, Albert: Les belges au Congo: notices biographiques, Bd. 3, Antwerpen, 1912, S. 1218–1226.

Zitierempfehlung: Peeters, Jozef, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 6.12.2015, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Peeters,_Jozef