Staub, Benedikt

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Benedikt Staub

Benedikt Staub

31. Abt des Klosters Wettingen 1670–1672

* 1617 Menzingen ZG
† 17. Sep. 1672 Wettingen AG

Benedikt Staub, Taufname Franz, wurde 1617 als Sohn des Andreas Staub in Menzingen im Kanton Zug geboren. Er legte am 8. Dezember 1638 unter Abt Christoph Bachmann im Kloster Wettingen die Profess ab und wurde am 15. März 1642 zum Priester geweiht. Er war vom 2. September 1643 bis 1646 Pfarrer und Beichtiger in Magdenau, vom 11. November 1646 bis 1648 Pfarrer in Dietikon, vom 20. November 1648 bis 1649 Subprior, vom 1. Juli 1649 bis 1853 Beichtiger im Kloster Tänikon, vom 16. Mai 1653 bis 1654 Prior, vom 14. August 1654 bis 1659 wieder Beichtiger und Pfarrer in Magdenau, von Januar bis Oktober 1659 wieder Beichtiger in Tänikon, vom 10. Oktober 1659 bis 1665 Großkellner und Präses der Marianischen Kongregation und vom 10. April 1665 an zum drittenmal Beichtiger in Tänikon.

Seine Wahl zum Abt fand am 19. Juni 1670, eine Woche nach dem Tod des Abtes Gerhard Bürgisser, im Sommerrefektorium statt. Präses war Abt Anselm Muotelsee von Salem. Der in Übereinstimmung mit den Ordenssatzungen nicht eingeladene Nuntius Odoardo Cibo erklärte die Wahl für ungültig und verzögerte die päpstliche Bestätigung. Während die Konfirmation durch Abt Jean Petit von Cîteaux schon am 16. November 1670 erfolgte, war es infolge des Vorgehens der Nuntiatur sehr schwierig, dieselbe auch von Rom zu erlangen. Erst nach kräftiger Intervention der eidgenössischen alten Orte und St. Urbans wurden die Bullen am 3. Juni 1671 ausgefertigt, worauf im Oktober d. J. der Generalvikar Abt Edmund Schnyder von St. Urban die Benediktion in der Klosterkirche Wettingen vornehmen konnte.

Schon bald nach seiner Wahl wurde Abt Benedikt zum Visitator des Kapuzinerinnenklosters Mariä Krönung in Baden bestellt. 1672 gestattete er dem Konventualen Eugen Lindauer (1613–1673), die Stelle eines Feldgeistlichen im Schweizerregiment des Obersten Rudolf von Salis-Zizers in Frankreich zu übernehmen. Während seiner Amtszeit wurde das an der Stelle der bisherigen Klostermauer gegen die Fähre hin errichtete Langhaus vollendet. Novizen die Ordensgelübde abzunehmen, war Abt Benedikt in seiner kurzen Regierungszeit nicht vergönnt. Er starb am 17. September 1672 morgens neun Uhr und wurde im Mittelschiff der Klosterkirche zur Erde bestattet. Bei seinem Tod zählte der Konvent einschließlich Abt Nikolaus Göldlin von Tennenbach, 31 Priester, drei Kleriker, vier Novizen, fünf Konversen und einen Konversnovizen, insgesamt 44 Mitglieder. Zum Nachfolger wurde eine Woche später Marian Ryser gewählt.

Benedikt Staub war ein gesuchter Prediger. Er hinterließ ein Manuskript, enthaltend Text und Disposition von 310 von ihm 1662 bis 1670 gehaltenen Predigten, daran anschließend ein sorgfältig geführtes Tagebuch, beginnend mit dem Tod des Abtes Gerhard Bürgisser 1670, endend mit dem 21. Juli 1672.

gge, Dez. 2018


Daten:

Prof.: 8. Dezember 1638; Sac.: 15. März 1642; Abbas: el. 19. Juni 1670, ben. Okt. 1671.

Literatur:

Willi, Dominikus: Album Wettingense: Verzeichnis Der Mitglieder Des Exemten Und Konsistorialen Cistercienser-Stiftes B. V. M. de Marisstella Zu Wettingen-Mehrerau 1227–1904. Limburg a. d. Lahn, Limburger Vereinsdruckerei, 1904, Nr. 610 · Ders.: Zur Geschichte des Klosters Wettingen-Mehrerau, in: Cistercienser Chronik 14 (1902), S. 150–151 · Helvetia Sacra III/3, S. 475–476.

Zitierempfehlung: Staub, Benedikt, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 17.12.2018, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Staub,_Benedikt