Březina, Kajetan

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Kajetán Březina von Birkenfeld

Kajetán Březina von Birkenfeld

tschech.: Kajetán Ondřej Březina z Birkenfeldu

Abt des Zisterzienserstiftes Ossegg 1749–1776

* 29. Nov. 1709 Prag
† 16. Feb. 1776 Ossegg [Osek]

Kajetán Březina von Birkenfeld, Taufname Andreas, geboren 29. November 1709 in Prag, trat 1729 in das Noviziat ein und legte 1731 die Mönchsgelübde ab. Nach zwei Jahren Theologiestudium am Bernardinum in Prag wurde er 1736 zum Priester geweiht und war dann Novizenmeister, Küchenmeister und Propst in Altbrünn, bis er am 4. September 1749 zum Abt gewählt wurde.

Abt Kajetan wird beschrieben als Mann, der eine große Frömmigkeit mit seltener Gelehrsamkeit und Freundlichkeit („Leutseligkeit“) vereinte, was ihn zu einem beliebten Prälaten und Seelsorger machte. Er übernahm sein Amt in friedlichen Zeiten und konnte so noch einige Bauten vollenden. Neben dem Amthaus auf dem Gut Skyrl und den Wirtschaftsgebäuden des Neuhofes wurden die Pfarrkirchen in Alt-Ossegg und Janegg neu erbaut; erstere wurde am 6. Oktober 1754, letztere am 17. April 1763 konsekriert. Dazu kamen neue Schulgebäude in Alt-Ossegg und Wteln und ein neues Pfarrhaus in Janegg.

Schon bald jedoch wurde das Kloster vom Siebenjährigen Krieg überrollt, der harten Tribut forderte. Fast jedes Jahr wurden Mönche als Geiseln genommen und exorbitante Lösegelder erpresst; der vorgewarnte Abt konnte jedesmal rechtzeitig entkommen. Dazu kamen die häufigen Truppeneinquartierungen. 1759 wurden Kloster und Kirche von preußischen Soldaten geplündert (sogar die Gruft wurde erbrochen), nachdem sechs Priester, darunter der Prior und der Provisor, und sechs Kleriker als Geiseln nach Preußen weggeführt worden waren. Einer davon, der Kleriker Clemens John, starb in Magdeburg und wurde im Kloster St. Agnes begraben, die übrigen kamen nach dreieinhalbjähriger Gefangenschaft wieder frei. Da sich ähnliche Vorgänge fast jedes Jahr wiederholten, waren das Kloster und sein Umland schließlich in einem katastrophalen Zustand.

Nach Kriegsende unterstützte Abt Kajetan die verarmten Untertanen, wo er nur konnte. Nach der Missernte 1771 ließ er Getreide verteilen und beschaffte Saatgut für die Bauern. 1774 versuchte er, den Bergbau in Klostergrab wiederzubeleben. Er erwirkte nicht nur die staatliche Genehmigung zur Wiedereröffnung der Bergwerke, sondern übernahm auch im Namen des Klosters einen Teil der Kosten für die Vorarbeiten. Bald waren wieder 30 Arbeiter beschäftigt, doch musste das Unternehmen wegen des zu geringen Ertrags nach kurzer Zeit wieder aufgegeben werden.

1765 unternahm Abt Kajetan in Begleitung des Abtes Fortunat Hartmann von Plass [Plasy] und seines Sekretärs und Nachfolgers Mauritz Elbel eine Reise zum Generalkapitel nach Cîteaux. Seine letzten Regierungs- und Lebensjahre waren von den Vorboten des Josefinismus überschattet, dessen unmittelbare Bedrohung für den Fortbestand des Klosters Ossegg er aber nicht mehr erlebte. Er starb am 16. Februar 1776.

gge, März 2017


Daten:

Vest.: 1729; Prof.: 1731; Sac.: 1736; Abbas: el. 4. Sep. 1749.

Literatur:

Siegl, Meinrad: Die Abtei Ossegg in Böhmen, in: Ein Cisterzienserbuch, herausgegeben von Sebastian Brunner. Würzburg 1881, S. 280ff., bes. 325–331.

Zitierempfehlung: Březina, Kajetan, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 31.3.2017, URL: http://www.biocist.org/wiki/B%C5%99ezina,_Kajetan