Heinrich von Hohenstädten

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Heinrich von Honstätten

Heinrich von Hohenstädten

Heinrich von Honstätten, Heinrich von Honstetten, Henricus de Honstetten

Abt in Kaisheim 1263−1267, Gründerabt von Stams 1272–1279

* ? vielleicht Hohenstadt (Gemeinde Abtsgmünd), Ostalbkreis, Baden-Württemberg
† 1279 oder später

Über die Herkunft des ersten Abtes der Stamser Zisterze, die der Landesfürst Meinhard II.[1] von Görz-Tirol mit seiner Frau Elisabeth[2], Königin von Bayern, gründete, ist nur bekannt, dass er aus dem schwäbischen Ministerialengeschlecht der Hohenstädten – die Stamser Historiographie nennt ihn meist Honstetten – stammt. Möglicherweise war sein Herkunftsort das heutige Hohenstadt (Gemeinde Abtsgmünd), Belege dafür gibt es nicht. Die geographische Nähe zur Abtei Kaisheim bei Donauwörth könnte jedoch ebenso dafür sprechen wie die Namensgleicheit mit dem Ort, zudem weite Gebiete zwischen Schwäbisch Gmünd und Donauwörth von staufischen Ministerialen beherrscht wurden.

Gesichert ist, dass Heinrich vier Jahre Abt der Stamser Mutterabtei Kaisheim (und Nachfolger Volcwichs [† 1262], ihm folgte zu Lebzeiten Trutwin 1267 nach)[3], war. Als resignierter Abt wurde er im Jahr 1272 vor der Übersiedelung ins Tiroler Inntal von seinen zwölf Mitbrüdern, die für die Gründung ausgewählt wurden, in kanonischer Wahl zum Gründerabt bestimmt.

Der Stamser Tradition nach gehörten zum ersten Zisterzienserkonvent, der am 3. März 1273 in einem Behelfskloster das monastische Leben aufnahm, der Mönch Heinrich als Prior, die späteren Äbte Rudolf[4] als Subprior und Friedrich von Tegernsee[5], der Cellerar Konrad, sowie die Priestermönche Ulrich, Albert, ein weiterer Konrad, Gerung und Benedikt. Die fünf Konversen des ersten Konventes sind namentlich nicht genannt.

Der Stamser Catalogus re­li­giosorum[6] berichtet von den Vorgängen in Kaisheim: „Anno Domini 1272 die 29 Januarii e Monasterio Caesarensi tredecim monachi et quinque conversi electi sunt ad novum monasterium Stamsense migratari. Ex illis 13 monachis canonica electione primum Abbas Henricus de Honstetten constitutus est. Anno 1273 hebdoma festum S. Gregorii [12. März] praecedente primus abbas cum 12 monachis et 5 conversis Stamsi advenit“.

Unter Heinrich begann die Bautätigkeit für das erste steinerne Kloster, das hölzerne Behelfskloster in der Nähe der Pfarr- und Wallfahrtskirche in Stams brannte im 16. Jahrhundert ab – wie der Stamser Chronist Wolfgang Lebersorg berichtet. Heinrich resignierte im Jahre 1279, das Jahr seines Todes ist nicht überliefert.

Wolfgang G. Schöpf, Juni 2014

  1. * um 1238; † 1. Nov. 1295 Burg Greifenburg (vgl. W. Baum, Art. Meinhard II. In: NDB 16 [1990] 668 f).
  2. * um 1227, Burg Trausnitz in Landshut,† 9. Okt. 1273, Burg Greifenberg (vgl. E. Goez, Elisabeth von Bayern, Gemahlin Konrads IV. und Meinhardts II. von Görz-Tirol. In: Frauen der Staufer. Hg. von K.-H. Rueß [Schriften zur staufischen Geschichte und Kunst 25]. Göppingen 2006, S. 151–170).
  3. Vgl. B. Maier, Kloster Kaisheim. Rechts-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Zisterzienserabtei von der Gründung bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts (Veröffentlichungen der Schwäbischen Forschungsgemeinschaft bei der Kommission für Bayerische Landesgeschichte 1. Studien zur Geschichte des bayerischen Schwabens 25). Augsburg 1999, S. 141 (kritische Äbteliste für Kaisheim der Frühzeit).
  4. Subprior, Wahl 1289 / 3. Abt † 20. März 1294 / 1293? (vgl. Album Stamsense Nr. 3), er verfasste um 1288 den Liber miraculorum S. Joannis Baptistae, der die bei der Wallfahrt zu Johannes dem Täufer in Stams geschehenen Wunder verzeichnet.
  5. * Tegernsee, Wahl 1279 /2. Abt, resig. 1289 / 2. Amtszeit: vor 1295 bis 9. April 1299, † 29. August 1299 (vgl. Album Stamsense Nr. 2).
  6. Ms. Bd. 1, Stiftsarchiv Stams.

Literatur:

Lindner, Konrad: Album Stamsense seu Catalogus religiosorum sacri et exempti Ordinis Cisterciensis archiducalis Monasterii B. V. Mariae et S. Joann. Bapt. in Stams. 1272–1898, Salzburg 1898 · Catalogus re­li­giosorum Bd. 1, Stiftsarchiv Stams.

Zitierempfehlung: Heinrich von Hohenstädten, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 13.6.2014, URL: http://www.biocist.org/wiki/Heinrich_von_Hohenst%C3%A4dten