Hoes, Bonaventura

Bonaventura Hoes

Bonaventura Hoes

Titularprior (1868–1871) und 1. Abt von Achel (1871–1880)

* 10. Aug. 1810 Ewijk
† 01. Juni 1880 Achel

Bonaventura Hoes, Taufname Joannes Laurentius, geboren am 10. August 1810 in Ewijk (Proinz Gelderland) als Sohn von Wouter Hoes und Maria Petronella Smits, besuchte das Priesterseminar in Den Bosch ('s-Hertogenbosch) und wurde am 20. Dezember 1834 in Münster zum Priester geweiht. Danach war er viereinhalb Jahre als Hilfspfarrer in Bergharen tätig. Nach der Wiederzulassung des Ordens vom heiligen Kreuz (Ordo Sanctae Crucis, OSC) durch König Wilhelm II. trat er in Uden in den Orden ein und legte am 27. September 1841 die Gelübde ab.

Nachdem er einige Zeit an der Lateinschule in Uden unterrichtet hatte, verließ er 1851 den Kreuzherrenorden und trat in das Zisterzienserkloster strengerer Observanz („Trappisten“) Achel ein, wo er am 11. März 1852 als Novize eingekleidet wurde und am 5. April 1853 als P. Bonaventura die Profess ablegte. Mehrere Jahre lang arbeitete er als Bibliothekar und Professor der Theologie. Am 8. Juli 1868 wurde er zum Titularprior gewählt und mit der Erhebung des Priorates zur Abtei zum ersten Abt (10. Mai 1871). Das hohe Alter und die schlechte Gesundheit von Abt Martinus Dom von der Mutterabtei Westmalle waren der Grund, warum die feierliche Amtseinführung erst am 7. Oktober stattfinden konnte. Die für dieselbe Zeremonie geplante feierliche Benediktion durch Bischof Théodore de Montpellier von Lüttich konnte nicht durchgeführt werden, weil der Bischof plötzlich verhindert war und auf die Schnelle kein anderer Bischof gefunden werden konnte. Sie fand erst am 3. November 1871 in der Kapelle des Priesterseminars in Lüttich statt. Stattdessen hielt Abt Robertus van Ommeren OCist von Bornem ein feierliches Hochamt.

Unter Dom Bonaventuras Leitung wuchs die Konventstärke und es wurden mehrere Gebäude errichtet, u.a. das stattliche Portal, das zudem Raum bot, Besucher zu empfangen, zu begleiten oder zu verabschieden. Zweimal, 1873 und 1874, fand während seiner Amtszeit das Generalkapitel der belgischen Kongregation von Westmalle in Achel statt, in der Zelle des Abtes, vermutlich, weil Dom Bonaventura wegen eines Fußleidens nicht reisefähig war. 1873 wurde er beauftragt, die Statuten für die Laienbrüder auszuarbeiten, die im folgenden Jahr von den anderen Äbten approbiert wurden. Der sehr dem Gregorianischen Choral und der Musik zugeneigte Abt hätte gerne eine Orgel in der Kirche installiert, doch galt dies damals als Verstoß gegen die ursprünglichen Zisterziensergebräuche; immerhin konnte im Unterrichtszimmer der Novizen ein Harmonium aufgestellt werden, damit die Novizen den Gesang üben konnten.

Abt Bonaventura starb am 1. Juni 1880 in Achel. Ihm folgte Dom Augustinus Schaapen.

gge, Dez. 2014‎, rev. Juli 2026


Daten:

Sac.: 20. Dez. 1834; Vest.: 11. März 1852; Prof.: 5. April 1853; Abbas: el. 10. Mai 1871, ben. 3. Nov. 1871; Dev.: Ardua vincit amor.

Literatur:

P.C. Molhuysen en P.J. Blok (red.): Nieuw Nederlandsch biografisch woordenboek. Deel 6. Sp. 789. Leiden: A.W. Sijthoff, 1924 (Fruytier) · De Achelse Kluis, 1846–1946. Achel: Sint Benedictus-Abdij, 1946, S. 38–40.

Zitierempfehlung: Hoes, Bonaventura, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 14.08.2026, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Hoes,_Bonaventura

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