Hoton, Jean

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Jean Hoton

Jean Hoton

23. Abt des Klosters Cambron 1449–1464

† 10. Juni 1464

Jean Hoton (oder Hoston) wurde als Sohn einer vornehmen Familie in Mons geboren. Er bekleidete wichtige Klosterämter und wurde nach dem Tod seines Vorgängers Nicaise Ninem 1449 zum Abt gewählt. Anwesend bei der Wahl waren die Äbte Walter van Assche von Villers, Thomas de Presles von Aulne und Bertrand de Resne OSB von Hasnon, delegiert von Herzog Philipp dem Schönen von Burgund (als Graf des Hennegau). Es war dies das erstemal in der Geschichte der Abtei, dass die Regierung in die Wahl eines Abtes eingriff.[1] Von Papst Nikolaus V. bestätigt, wurde der Neugewählte am 11. August 1449 durch den Weihbischof von Cambrai[2] benediziert.

Da die Klosterkirche dringend renovierungsbedürftig war, aber die Finanzen der Abtei unter den lokalen Machtkämpfen sehr gelitten hatten, bat Abt Hoton Herzog Philipp, beim Papst einen Ablass für die finanziellen Unterstützer der Klosterkirche zu erwirken. Papst Nikolaus gewährte die Bitte mit Bulle vom 7. März 1450, behielt sich aber ein Drittel der Einnahmen zur Finanzierung des Krieges gegen die Türken vor. Abt Hoton ließ das Innere der Kirche ausmalen, mehrere neue Glocken gießen und die erste Orgel einbauen, deren Gebrauch gerade in den liturgischen Gesang eingeführt worden war. Er ließ auch einen Mönch aus der Abtei St-Feuillen kommen, um seine Mönche im gregorianischen Gesang zu unterrichten.

Weiterhin ist aus der Regierungszeit des Abtes Hoton noch zu bemerken, dass mehrere Religiosen an den Universitäten in Paris und Löwen Theologie studierten. Der Abt erhielt die päpstliche Erlaubnis, sich alle acht Jahre nach Rom zu begeben. 1459 assistierte er bei der feierlichen Übertragung der Reliquien des hl. Ursmer in Binche.

Er starb am 10. Juni 1464.

gge, Okt. 2017

  1. Es sollte auch bis zur Aufhebung des Klosters 1789 so bleiben.
  2. Der Bischofsstuhl war vakant.

Literatur:

Monnier, Clément: Histoire de l'abbaye de Cambron, in: Annales du Cercle archéologique de Mons XIV (1876), S. 96ter–97, 256 · Smet, Joseph-Jean de: Cartulaire de l'abbaye de Cambron, in: Monuments pour servir a l'histoire des provinces de Namur, de Hainaut et de Luxembourg, tome deux, première parte. Bruxelles: M. Hayez, 1869, S. IX.

Zitierempfehlung: Hoton, Jean, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 12.10.2017, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Hoton,_Jean